14. November 2008 11:38

So gut wie gar nicht 

Wirtschaft wuchs im 3. Quartal nur noch 0,1 %

Dabei waren es schon im 2. Quartal nur mehr 0,3 %. Die Nachfrage geht zurück, die Betriebe produzieren weniger, und das im ganzen Euro-Raum.

Wirtschaft wuchs im 3. Quartal nur noch 0,1 %

Österreichs Wirtschaft ist im 3. Quartal kaum noch gewachsen. Gegenüber dem Vorquartal legte das heimische BIP nur noch um 0,1 Prozent zu, nach noch +0,3 Prozent im 2. Quartal. Im Jahresabstand betrug die Zuwachsrate 1,5 Prozent nach +2,2 Prozent im 2. Quartal. Die Schätzung stammt vom Wirtschaftsforschungsinstitut.

Sachgüter problematisch
Vor allem die exportgetriebene Sachgütererzeugung verzeichnet vor dem Hintergrund des internationalen Abschwungs einen deutlichen Rückgang. Die Wertschöpfung sank gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Ein ähnlich hoher Rückgang war zuletzt im Jahr 2001 verzeichnet worden. Im 4. Quartal dürfte sich der Abschwung in der Industrie weiter verstärken.

Bauwirtschaft nur Mini-Plus
Die Bauwirtschaft, die die nachlassende Konjunktur im 1. Halbjahr 2008 gestützt hatte, steigerte die Wertschöpfung im Vorquartalsvergleich nur noch geringfügig (+0,2 Prozent).

Export geht zurück
Während die Nachfrage nach Ausrüstungsinvestitionen abnahm, expandierten die Ausgaben der privaten Haushalte stabil (+0,3 Prozent gegenüber der Vorperiode). Wegen des Konjunktureinbruchs auf den wichtigsten Absatzmärkten war die Exportnachfrage rückläufig (-0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal).

Ganzer Euro-Raum betroffen
Nachdem einige große europäische Volkswirtschaften bereits im 2. Quartal geschrumpft waren, verstärkte sich der Abschwung in der EU im 3. Quartal. Die Industrieproduktion geht im Euro-Raum seit Mai im Vorjahresvergleich zurück, und die Unsicherheit angesichts der Finanzkrise dämpft die Konsum- und Investitionsnachfrage.

US-Wirtschaft schrumpft
In den USA sank die reale Wirtschaftsleistung im 3. Quartal gegenüber dem guten 2. Quartal (+0,7 Prozent) bereits um 0,1 Prozent. Vermögensverluste auf den Immobilien- und Finanzmärkten drückten die Konsumausgaben der privaten Haushalte, nachdem sie im Vorquartal noch durch die expansive Fiskalpolitik gestützt worden waren.

Industrie leidet
Erstmals seit fünf Jahren meldeten im Oktober mehr Unternehmen einen Rückgang der Produktion als eine Ausweitung. Die Kapazitätsauslastung sank unter 82 Prozent und lag damit um 4 Prozentpunkte unter dem Wert vor eineinhalb Jahren. Vor allem die Nachfrageschwäche im In- und Ausland belaste die Unternehmen.

Die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar kommt den exportorientierten Unternehmen entgegen. Der preistreibende Einfluss von Treibstoffen und Heizöl ließ entsprechend nach. Die Inflationsrate war im September mit 3,7 Prozent dennoch relativ hoch.

Arbeitsmarkt auch betroffen
Der Konjunkturabschwung dämpft auch die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Während sich der Beschäftigungszuwachs im Jahresverlauf abschwächte (Oktober +1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, +0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal), stieg die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Im Oktober waren in Österreich 202.800 Arbeitsuchende vorgemerkt, die Quote laut heimischer Berechnung verharrte saisonbereinigt bei 5,9 Prozent.




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