02. Juni 2008 11:36

Wifo-Studie 

Wirtschaftsaufschwung in der Euro-Zone

Der starke Euro stimmt die Wirtschaftsexperten positiv: Laut einer Wifo-Studie steigt das Wirtschaftswachstum in der EU.

Wirtschaftsaufschwung in der Euro-Zone
© AP

Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum wird sich zwar zwischen 2007 und 2009 auf 1,3 Prozent halbieren, ab 2009 rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) aber mit einer "markanten Belebung" der Weltkonjunktur. Als Basis für die Berechnungen gingen die Experten von einem Euro-Kurs von 1,60 Dollar und einer nur mehr geringfügigen Zunahme der Erdölpreise.

Plus 4,1 Prozent
Das Wachstum der Weltproduktion (BIP) sollte bis 2012 mit +4,1 Prozent pro Jahr höher ausfallen als 2000/2007 mit +3,8 Prozent, so das Wifo am Montag in seiner mittelfristigen Prognose für die Weltwirtschaft bis 2012.

Der Aufholprozess werde sich in Europa in den neuen EU-Ländern fortsetzen - ihre Wirtschaft werde bis 2012 um durchschnittlich 4,7 Prozent expandieren und damit mehr als doppelt so rasch wie jene der EU 15 mit 1,9 Prozent.

In den USA wird die Wirtschaft bis 2012 laut Wifo um nur 1,9 Prozent pro Jahr wachsen, merklich langsamer als 2000/2007 mit 2,4 Prozent. Für Deutschland und Japan gehen die Experten davon aus, dass sich das mittelfristige Wachstumstempo hingegen auf 1,7 bzw. 1,8 Prozent erhöhen wird (2000/2007: +1,2 Prozent bzw. +1,5 Prozent).

Der Welthandel werde zwischen 2007 und 2012 um durchschnittlich 7,2 Prozent pro Jahr expandieren, um einen halben Prozentpunkt rascher als zwischen 2000 und 2007.

Diese Entwicklung werde gemeinsam mit der Unterbewertung des Dollar eine merkliche Verringerung der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Weltwirtschaft ermöglichen, so das Wifo. Das Wifo geht in seinen Berechnungen zudem davon aus, dass sich die Immobilienpreise und Aktienkurse ab 2009 erholen und der Leitzinssatz in den USA bis 2009 auf dem niedrigen Niveau von 2 Prozent bleibt und danach schrittweise auf 4 Prozent angehoben wird. Im Euro-Raum wurde über den gesamten Prognosezeitraum ein Leitzins von etwa 4 Prozent angenommen.

Vor dem Hintergrund der Hypothekarmarktkrise in den USA und ihrer Ausweitung zu einer internationalen Finanzkrise, des Verfalls der Hauspreise und Aktienkurse sowie der drastischen Verteuerung von Erdöl und anderen Rohstoffen zeigte sich die Weltkonjunktur bisher robust, so das Wifo in seiner Analyse. Dazu trugen mehrere Faktoren bei, wie die energische Bereitstellung zusätzlicher Liquidität durch die Notenbanken, die expansive Geld- und Fiskalpolitik in den USA sowie die anhaltend starke Wachstumsdynamik in Ostasien, Russland und den neuen EU-Ländern.

Finanzkrise
Dennoch werde die Hypothekarmarkt- und Finanzkrise die Konjunktur in den USA bis 2009 stark dämpfen. Die Konjunkturschwäche in den USA und der niedrige Dollarkurs lassen die Importe der USA 2008 und 2009 nahezu stagnieren. Aus diesem Grund werde auch das Weltwirtschaftswachstum von 4,7 Prozent 2007 auf 3,4 Prozent 2009 sinken. Davon sind laut Wifo die Industrieländer, deren Wirtschaft mit den USA enger verflochten ist, stärker betroffen als die Entwicklungsländer.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |