07. Oktober 2008 16:33

Weniger Passagiere 

Wirtschaftsflaute drückt Nachfrage bei Airlines

Einzig Billigflieger können mit Kampfpreisen neue Kunden anlocken, besonders dramatisch ist der Rückgang beim Frachtverkehr.

Wirtschaftsflaute drückt Nachfrage bei Airlines
© AP

Nach einigen Monaten mit teilweise deutlichen Passagierzuwächsen stehen Europas Fluggesellschaften an einem Wendepunkt. Die schwächelnde Wirtschaft und Preissteigerungen führen vor allem bei den alteingesessenen Airlines zu einer geringeren Nachfrage, während Billigflieger mit Kampfpreisen weiterhin neue Kunden anlocken.

Alteingesessene Airlines betroffen
Die größte europäische Fluggesellschaft Air France-KLM verbuchte im September lediglich ein Passagierplus von 0,5 Prozent, während die Auslastung der Flugzeuge um 1,4 Punkte auf 80,9 Prozent zurückging. Besonders dramatisch fiel der Rückgang im Frachtverkehr aus, wo das Volumen wegen der einbrechenden Nachfrage auf Asienstrecken um gut zwölf Prozent zurückging.

Auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin schlug sich nicht viel besser. Die Zahl der Fluggäste schrumpfte im Vormonat um 3,1 Prozent. Das Unternehmen kürzt seit Monaten seine Kapazitäten, um die Erlöse stabil zu halten. Diese legten im September durchschnittlich um gut zwölf Prozent zu.

Bei der skandinavischen Airline SAS schrumpfte das Verkehrsaufkommen wegen einer geringeren Nachfrage um knapp sieben Prozent. Die Auslastung der zur Hälfte den Ländern Schweden, Dänemark und Norwegen gehörenden Fluggesellschaft ging um gut sechs Punkte auf 69,6 Prozent zurück. SAS ist nach dem Flugzeugunglück der spanischen Tochter Spanair zusätzlich unter Druck. Der Unfall werde das Ergebnis der Firma um etwa 500 Millionen Kronen schmälern. Nach einem anfänglichen Einbruch der Buchungen seien diese nun fast wieder auf einem normalen Niveau.

Passagier-Plus bei Ryanair und easyJet
Die deutlichsten Zuwächse im September verbuchten bisher Billigflieger wie Ryanair und easyJet. Sie hatten ihre Preise trotz des rasanten Anstiegs der Treibstoffkosten oft unverändert gelassen, während die traditionellen Fluggesellschaften vor allem in teureren Kategorien die Preise angehoben hatten um ihre Erlöse zu stabilisierten. Sowohl Ryanair als auch easyJet verbuchten im Vormonat ein Passagierplus von rund zwanzig Prozent. Der Rivale Aer Lingus meldete am Dienstag ein Plus von 3,7 Prozent. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa will ihre Verkehrszahlen am Freitag veröffentlichen.




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