01. Februar 2007 09:06

"Panikmache" 

Wissenschafter kritisieren die Studie

Das Forum Mobilkommunikation hält die Interpretation der Studie für unzulässig.

Laut Maximilian Maier vom Forum Mobilkommunikation, der Interessensvertretung von österreichischen Netzbetreibern und Handy-Herstellern, ist die Schlussfolgerung, dass intensives Telefonieren mit Mobiltelefonen Krebs auslösen kann, nicht korrekt. „Hier wurden Teilergebnisse eines großen internationalen Forschungsprojekts interpretiert, die nur wenig aussagekräftig sind. Erst nach einer Gesamtschau kann man Schlüsse ziehen. Wenn man einzelne Teile herauspickt, entsteht zwangsläufig ein falsches Bild.“ Zudem sei das Sample der Studie – 1.522 Hirntumorpatienten und 3.301 Gesunde wurden verglichen – nicht aussagekräftig.

Für Maier steht genau das Gegenteil fest: „Die kurzfristige, aber auch die langfristige Nutzung von Handys steht in keinem Zusammenhang mit einem erhöhten Krebsrisiko.“

Zu diesem Befund kommt auch eine groß angelegte, aktuelle Studie aus Dänemark, an der 420.095 Handybenutzer teilnahmen – rund 56.000 davon telefonierten bereits seit 1982 mit einem Mobiltelefon. Und es konnten keine Beweise gefunden werden, dass diese Menschen über ein höheres Risiko verfügten, an Tumoren im Gehirn, im Auge, an der Speicheldrüse oder an Leukämie zu erkranken.

Aber auch Dr. Heinz Ludwig, Vorstand der Abteilung für Krebsforschung im Wilhelminenspital in Wien, findet die Interpretation der Studie „unverantwortlich“.

„In der aktuellen Studie aus Dänemark wurden keine Beweise für einen Zusammenhang gefunden. Jede Panikmache ist unverantwortlich.“




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