29. September 2008 16:16

Kategoriemieten 

Wohnen wird ab 1. Oktober teurer

Die Kategoriemieten steigen um 5,8 Prozent. Dazu kommen wachsende Verwaltungskosten. Bei Gemeindewohnungen hängt es davon ab, wo man wohnt.

Wohnen wird ab 1. Oktober teurer
© sxc

Für viele Österreicher wird Wohnen bald teurer: Mit 1. Oktober steigen die Kategoriemieten um 5,8 Prozent. Das betrifft private Wohnungen in Althäusern, vor dem 1. März 1994 abgeschlossene Mietverträge und Gemeindewohnungen - laut Arbeiterkammer also österreichweit 320.000 Haushalte, davon 250.000 in Wien. Der Verband der Immobilientreuhänder rechnet mit nur 100.000 betroffenen Haushalten.

Wien macht nicht mit
Prinzipiell wären von der Erhöhung auch Gemeindewohnungen betroffen, aber nicht alle Kommunen wollen die Mieten anheben. So hat etwa die Gemeinde Wien im Juli beschlossen, die Mietpreiserhöhung vorerst auszusetzen. Zum letzten Mal sind die Kategoriemieten im Mai 2006 erhöht worden.

Verwaltung wird teurer
Die Haushalte werden aber nicht nur von der erhöhten Miete, sondern auch von den gestiegenen Hausverwaltungskosten belastet. Laut AK sind von dieser Maßnahme weitere 600.000 Haushalte betroffen.

Mieten hängen an Inflation
Hierzulande sind die Kategoriemieten an die Inflation gekoppelt. Das Mietrechtsgesetz sieht bei einer Inflationsrate über 5 Prozent eine Anpassung vor. In Österreich gibt es derzeit eine Grundsatzdiskussion darüber, was ein gerechter Indikator für die Anpassung ist. Im Wahlkampf verlangte SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann, Mieterhöhungen erst ab einer 10-prozentigen Inflation durchzuführen, scheiterte damit aber am ÖVP-Widerstand.

Mietervertreter gegen Automatismus
Mietervertreter wollen, dass die Zeiträume zwischen den Mieterhöhungen länger werden. Ein 10-Prozent-Indexsprung ist eine Idee, eine eher unregelmäßige Zeitspanne die andere. In Holland wird z.B. laut AK alle paar Jahre politisch entschieden, ob und in welcher Höhe die Mieten angehoben werden.

Immo-Wirtschaft für Beibehaltung
Teile der Immobilienwirtschaft pochen darauf, dass sich die regelmäßige Anpassung bewährt habe und dass Immobilienbesitzer von der Teuerung genauso betroffen seien wie Mieter. Andere wollen, dass sich die Anpassung der Mieten an den Baukosten orientiert.




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