03. März 2009 01:37

Nachfrage bricht ein 

Wolford baute seit Herbst 130 Mitarbeiter ab

Der Strumpf- und Wäschekonzern hat mit stark fallender Nachfrage zu kämpfen, der Vorstandsvorsitzende hält daher Kurzarbeit für eine mögliche Option.

Wolford baute seit Herbst 130 Mitarbeiter ab
© APA/Techt

Der börsennotierte Strumpf- und Wäschekonzern Wolford hat in Vorarlberg seit dem Herbst 130 Mitarbeiter abgebaut. Das berichteten am Samstag die "Vorarlberger Nachrichten" unter Berufung auf den Betriebsratsvorsitzenden Anton Mathis. Wolford-Vorstandsvorsitzender Holger Dahmen wollte diesbezüglich vor der Veröffentlichung des Dreiquartals-Ergebnisses keinen Kommentar abgeben. Bestätigt wurde von Dahmen, dass im März in Vorarlberg nur noch an vier Tagen produziert und in der Karwoche die Produktion unterbrochen wird.

Nachfrage eingebrochen
Dahmen begründete das Zurückfahren der Produktion damit, "dass die nachgefragten Volumina weltweit eingebrochen sind und auch wir unsere Kapazitäten anpassen müssen". Gerüchte, wonach die am Standort Slowenien produzierte Ware nicht den hauseigenen Qualitätskriterien entspreche, wies Dahmen vehement zurück: "Wir hatten und haben kein Qualitätsproblem in Slowenien, würden dies auch nie akzeptieren. Es gibt Dinge, wo wir uns als Luxus-Label keine Kompromisse erlauben dürfen", so der Vorstandsvorsitzende.

Keine Kooperationen mit berühmten Designern mehr
In Zukunft will Wolford überdies mit der Tradition brechen, mit berühmten Designern zu arbeiten. Nach der Kooperation mit Valentino soll nun auch jene mit Armani beendet werden. "In der Tat wollen wir künftig nur noch in ausgewählten Fällen solche Kooperationen eingehen, nicht zuletzt wegen der riesigen damit verknüpften Entwicklungskosten", sagte Dahmen. Man erachte es als zielführender, diese Kapazitäten und Gelder in die Entwicklung der eigenen Marke zu stecken.

Keine Überstunden mehr
Betriebsratschef Mathis sprach von einem seit September 2008 um 130 Köpfe reduzierten Personalstand - diese Zahl ergebe sich aus der Addition der tatsächlich ausgesprochenen Kündigungen, der Nichtverlängerung befristeter Arbeitsverträge und der Nichtnachbesetzung nach Pensionierungen. Seit drei Monaten würden auch "rigoros keinerlei Überstunden mehr geleistet". Mathis forderte von der Geschäftsführung, Verhandlungen über Sozialpläne aufzunehmen und Möglichkeiten der Kurzarbeit anzudenken.

Gespräche über Kurzarbeit
Für Gespräche über Kurzarbeit zeigte sich Dahmen offen. "Wenn sich die Rahmenbedingungen der Kurzarbeit jetzt wirklich verbessert haben, speziell was die Praktikabilität der Behaltefrist betrifft, mag das eine Option sein, über die man konstruktiv miteinander reden kann", sagte der Vorstandsvorsitzende.




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