13. Oktober 2009 10:17

Milliarden weg 

Zittern um die private Pension

Die Krise hat Milliardenbeträge an privater Altersvorsorge vernichtet, klagt die AK.

Zittern um die private Pension
© APA

Die Arbeiterkammer zittert um die private Altersvorsorge: Laut einer Studie der AK Wien sind kapitalgedeckte Systeme nicht nur Opfer, sondern auch Mitverursacher des aktuellen Abschwungs.

Die umlagefinanzierte öffentliche Pension sei billiger als private Modelle und langfristig besser finanzierbar, so AK-Studienautorin Agnes Streissler. Bis jetzt lief der Trend in die andere Richtung: In Europa ist das in Pensionsfonds veranlagte Vermögen zwischen 2001 und 2007 um 141 Prozent auf 2,92 Billionen Euro angestiegen. 2007 sind die Pensionsfonds weltweit 12,14 Billionen Euro schwer gewesen, 57 Prozent davon entfielen auf die USA.

Riesen-Vermögen
Im EU-Schnitt sind 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in der privaten Altersvorsorge veranlagt, in Österreich fünf bis sechs Prozent. Dieses Wachstum habe die Kapitalmärkte aufgebläht und zur Krise beigetragen, so die AK-Expertin.

Der Kurseinbruch durch die Finanzmarktkrise hat nun Lücken gerissen: Zwischen Dezember 2007 und Oktober 2008 sei der Wert der Pensionssparpläne in der OECD um 3,4 Milliarden Euro eingebrochen. In Österreich drohen 42.000 Beziehern von privaten Firmenpensionen jetzt Einbußen, so die AK.

Konter
Für AK-Direktor Werner Muhm sind die jahrelang geschürten hohen Ertragserwartungen der Privaten daher „Scharlatanerei“, die Betriebspensionen seien „mehrmals vor dem K.o. gestanden“. Die Krise sei kein Betriebsunfall. „Unser Kasinoturbokapitalismus ist kräftig an die Wand gefahren.“

Christian Böhm, Obmann des Pensionskassen-Verbands und Vorstand der APK, kontert: „Natürlich hatten wir 2008 Kursverluste. Aber wir haben seit Anfang der 90er-Jahre im Schnitt eine Rendite von 6 Prozent erzielt – trotz der Börseneinbrüche. Heuer sind es sogar 7 Prozent.“ Es sei Tatsache, dass das staatliche System wegen der Alterung der Bevölkerung immer weniger leiste. „Darum ist private Zusatzvorsorge wichtig.“




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