22. Jänner 2009 10:13

Liechtenstein-Affäre 

Zumwinkel gesteht Steuerhinterziehung

Der deutsche Ex-Postchef und Multimillionär hat der Finanz Einkünfte aus seiner Liechtensteiner Stiftung verschwiegen. Er legte ein Geständnis ab.

Zumwinkel gesteht Steuerhinterziehung
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Zumwinkel gesteht Steuerhinterziehung
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Der ehemalige Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel hat Steuerhinterziehung in Höhe von knapp einer Million Euro gestanden. Zumwinkel räumte am Donnerstag vor dem Landgericht Bochum ein, Gelder über eine Stiftung im Steuerparadies Liechtenstein am Fiskus vorbeigeschmuggelt zu haben. "Der mit der Anklage gegen mich erhobene Vorwurf trifft zu", sagte Zumwinkel. "Das war der größte Fehler meines Lebens. Zu diesem Fehler stehe ich. Ich will hier reinen Tisch machen", ergänzte er. Theoretisch droht Zumwinkel eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren; Beobachter erwarten aber eine Bewährungsstrafe.

Strafe auf Bewährung?
Zumwinkel soll laut Anklage zwischen 2002 und 2006 knapp eine Million Euro an Steuern hinterzogen haben. Fälle aus früheren Jahren sind wegen Verjährungsfristen nicht Gegenstand des Verfahrens in Bochum. Der Bundesgerichtshof hatte im Dezember entschieden, nur wer Steuern in Millionenhöhe hinterziehe, müsse mit einer Haftstrafe ohne Bewährung rechnen.

Ex-Quelle-Chef
Zumwinkel war unter anderem Chef des Versandhauses Quelle und führte seit 1990 die damalige Deutsche Bundespost, die er im Jahr 2000 als Deutsche Post AG an die Börse brachte. Doch vor knapp einem Jahr war der Spitzenmanager in den Verdacht geraten, Steuern hinterzogen zu haben. Am 14. Februar hatten die Behörden sein Haus in einem Kölner Villenviertel durchsucht. In der Folge musste Zumwinkel sein Amt als Vorstandschef der Post und seine Aufsichtsratsmandate unter anderem an der Spitze des Kontrollgremiums der Deutschen Telekom aufgeben.

Auch die Staatsanwaltschaft Bonn hat wegen der Spitzelaffäre bei der Telekom ein Auge auf ihn geworfen. Ihre Untersuchungen dauern noch an.




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