18. November 2009 12:42
Für den insolventen österreichischen Versandhändler Quelle gibt es zwei
Interessenten. Einer von ihnen ist der ehemalige Quelle-Österreich-Chef
Martin Lenz, bestätigte Masseverwalter Erhard Hackl. Den Namen des zweiten
Interessenten wollte er nicht nennen. Derzeit gebe es noch keine Angebote,
bis Ende November müssen diese aber vorliegen. Entscheidend wird sein, ob
und zu welchen Bedingungen die potenziellen Investoren die an den
Otto-Versand verkaufen Markenrechte bekommen können.
Sollte keine Lösung gefunden werden, kommt es frühestens Anfang Dezember
zu einem Abverkauf und zu ersten Teilschließungen, sagte Hackl. Mit den
teilweisen Unternehmensstilllegungen würden auch die ersten Kündigungen
erfolgen.
Gläubigerausschusssitzung
Am kommenden Montag, 23.
November, hat der Masseverwalter für 10.00 Uhr die erste
Gläubigerausschusssitzung einberufen, so der Kreditschutzverband von 1870
(KSV). Besprochen werden dabei mögliche Fortführungsszenarien und die
Finanzierung. Mitglieder des Gläubigerausschusses sind neben dem KSV der
Alpenländische Kreditorenverband (AKV), der Insolvenzschutzverband für
Arbeitnehmer, die Creditreform, die Oberbank und die Finanzprokuratur.
Der AKV schließt nicht aus, "dass zumindest Teile des Unternehmens
fortgeführt werden", heißt es auf der Homepage des Verbandes. Es liege von
Quelle Österreich eine selbst erstellte Berechnung vor, "die jedenfalls ein
positives Ergebnis von 2 Mio. Euro erwarten lässt". Der Überschuss könnte
unter Eliminierung der Wareneinsatzkosten bestenfalls 7,6 Mio. Euro
betragen, so der AKV. Ein "wesentlicher Unsicherheitsfaktor" seien jedoch
noch verschiedene Aus- und Absonderungsrechte.
Die österreichische Quelle AG steht zu 99,42 Prozent im Eigentum der
deutschen Quelle GmbH. Die Holstenflor Beteiligungs GmbH & Co. Holding KG
hält 0,58 Prozent. Quelle Österreich selbst hält folgende Beteiligungen: 100
Prozent an der Unterstützungskasse der Quelle AG, 100 Prozent an Quelle
Bozen sowie 0,2 Prozent an der QLZ Leasing GmbH.
Zwischen Quelle Österreich und der ebenfalls insolventen Quelle-Mutter
Arcandor besteht zwar ein Konzernverhältnis, aber es gibt laut AKV keine
Beherrschungs- oder Ergebnisabfuhrverträge. Allerdings sei Quelle Österreich
konzernintern in ein "Cash-Pooling-System" eingebunden. An diesen Pool hat
Quelle Österreich Forderungen von 18 Mio. Euro, die laut AKV uneinbringlich
sein sollen.