01. Juli 2008 08:42

Die besten Sager 

"Das ist ein Schauprozess"

Die besten und schrägsten Sager aus 116 Tagen BAWAG-Prozess, die in Erinnerung bleiben werden.

"Das ist ein Schauprozess"
© REUTERS

Im folgenden einige Zitate aus dem fast einem Jahr andauernden BAWAG-Prozess.

"Und alles ist weg" - Staatsanwalt Georg Krakow schildert, wie der BAWAG-Vorstand dem Spekulanten Wolfgang Flöttl 1,4 Mrd. Euro anvertraute und das ganze Geld verlor. (Tag 1)

"Wenn ich nichts investiert hätte, wäre gar kein Verlust aufgetreten" - Flöttl (Tag 10)

"Verantwortlich zu machen ist der Markt, die japanische Nationalbank vielleicht" - Ex-BAWAG-Chef Elsner ortet die Schuld an den BAWAG-Verlusten in Tokio. (Tag 12)

"Die Prognosen haben gestimmt, das Timing nicht" - Elsner (Tag 12)

"Der Sohn sprengt die Bank des Vaters in die Luft" - Ex-BAWAG-Vorstand Peter Nakowitz über die Verluste Flöttls mit BAWAG-Geld. (Tag 15)

"Ich kann den Schaden auf Null herunterdiskutieren" - Anwalt von Ex-BAWAG-Vorstand Hubert Kreuch, Peter Schmautzer (Tag 24)

ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer hat im März 2006 erstmals von den großen Verlusten bei der BAWAG erfahren. "Wie hat man reagiert?", fragte die Richtern. "Ich habe wahrscheinlich meinen dritten Gallenstein bekommen" - Hundstorfer schildert seine gesundheitliche Reaktion. (Tag 28)

"Ich war entsetzt. Es geht ja um 22 Mrd. Schilling, das ist ja nicht ein Spaziergang" - Ex-ÖGB-Präsident Verzetnitsch beschreibt seine Reaktion auf die Nachricht von den BAWAG-Verlusten im Jahr 2000. (Tag 29)

"Es gab zwei Liegenschaften auf Bermudas, dann Bahamas, London, in New York zwei Wohnungen, ein Haus auf Long Island - wie kann man so viele Häuser auf einmal bewohnen?" - Richterin Claudia Bandion-Ortner wundert sich. "Wir waren viel unterwegs, es war schon anstrengend" - Flöttls Ehefrau Anne Eisenhower erläutert die Mühsal des Jet-Set-Lebens. "Sie haben völlig recht, es ist furchtbar beschwerlich" - Auch Wolfgang Flöttl bestätigt die Mühen. (Tag 30)

"Bitte auch meine nicht vorhandene Gerichtssaalerfahrung zu berücksichtigen" - Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky versucht sich bei Staatsanwalt Georg Krakow für seine Erinnerungslücken zu entschuldigen. (Tag 31)

"Mit der Weisheit des Rückblicks kann man einiges aus dem Bericht 2001 herauslesen" - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Zeugenstand zum durchaus kritischen Notenbank-Bericht über die BAWAG 2001, der im Finanzministerium abgelegt wurde. (Tag 32)

"Albtraum BAWAG" - Elsners Anwalt Wolfgang Schubert liest den Titel des "Kurier"-Artikels, in dem eine Schöffin zitiert ist, "Ginge es nach einer der Schöffinnen, wäre der Prozess in fünf Tagen erledigt gewesen: Da habe man schon gesehen, wie die Angeklagten gewirtschaftet hätten..." . Die Schöffin wird in Folge abberufen. (Tag 35)

"Danke, ich komme zurecht" - Milliardär Martin Schlaff im Zeugenstand verzichtet auf Fahrtkostenersatz. (Tag 38)

"Ich habe so oft für meinen Mann gekocht, ich würde gerne wieder für ihn kochen, glauben Sie mir, Frau Rat" - Ruth Elsner im Zeugenstand. (Tag 46)

"Mein Motto war, 'Augen zu und durch'. Das bedaure ich unendlich" - Ex-BAWAG-Vorstand und später Elsners Nachfolger Johann Zwettler gibt ein Teilgeständnis ab (Tag 53)

"Steuerzahlen ist immer ein Schaden" - Gutachter Thomas Keppert auf die Frage, ob die BAWAG durch fehlende Wertberichtigungen bzw. fälschlicherweise ausgewiesene Gewinne möglicherweise zu viel Körperschaftsteuer gezahlt habe und dadurch zusätzlicher Schaden für die Bank entstanden sei. (Tag 54)

"Wir wollten die BAWAG retten, wir wollten den ÖGB retten" - ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer im Zeugenstand (Tag 67)

"Ich komm mir ein bisschen vor wie in dem Film, 'Und ewig grüßt das Murmeltier'" - Richterin Claudia Bandion-Ortner fühlt sich wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier", wo immer wieder derselbe Tag erlebt wird (Tag 94)

"Das ist ein Schauprozess" - Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner (Tag 111)

"Es war ein bisschen wie ein Königtum BAWAG" - Staatsanwalt Krakow versucht die autoritären Führungsstile der ehemaligen BAWAG-Generaldirektoren Walter Flöttl und Helmut Elsner zu beschreiben. (Tag 113)

"Flöttl will wieder beruflich Fuß fassen" - Der Anwalt des Spekulanten Flöttl, Herbert Eichenseder, kündigt neue berufliche Ambitionen seines Mandanten an. (Tag 115)




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