15. Dezember 2008 11:01
Von Jänner bis Oktober 2008 sind heuer bereits um sechs Fußgänger mehr auf
Österreichs Straßen tödlich verunglückt als im Vergleichszeitraum 2007. Wie
der Autofahrerclub ÖAMTC am Montag mitteilte, gab es im Vorjahr 71 Tote -
2008 waren es 77. Insgesamt starben im Vorjahr 108 Fußgänger bei 4.323
Unfällen, 4.308 Betroffene wurden verletzt. Heuer verunglückten bis 14.
Dezember bereits 97 Fußgänger tödlich.
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger ermahnte Fußgänger wie
Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit, "gerade jetzt, wenn es schon früh
dunkel wird und vor Weihnachten alle im Stress sind". Autofahrer sollten bei
schlechten Sichtverhältnissen das Abblendlicht einschalten und Fußgänger
helle, reflektierende Kleidung tragen. Beide Seiten sollten Ablenkungen wie
Telefonieren auf den Straßen vermeiden. Besondere Vorsicht sei bei
Schneefahrbahn geboten: "Eine Schneedecke dämpft die Verkehrsgeräusche. Man
hört Autos später und hat weniger Zeit zu reagieren."
Zahl der Verkehrstoten insgesamt gesunken
Wie der Verkehrsclub
Österreich (VCÖ) in einer Aussendung am Montag erklärte, wird die Zahl der
Verkehrstoten erstmals unter 675 sinken, die der Verletzten auf unter 51.000
- das sei der niedrigste Stand seit 1996. Das ist zwar eine gute
Unfallbilanz, das Sicherheitsziel wird jedoch nicht erreicht. Das Ziel für
2008 war es, weniger als 577 Tote verzeichnen zu müssen. Der Club forderte
ein Verkehrssicherheitspaket.
Immer mehr Österreicher fahren mit ÖFIS
Im Vorjahr
verunglückten 691 Menschen im Verkehr, 53.211 wurden verletzt. Auf Basis der
Unfallzahlen bis 14. Dezember rechnet der VCÖ heuer mit 670 bis 675 Toten
und rund 50.900 Verletzten. Als Gründe für den Rückgang sieht der VCÖ vor
allem die verringerte Fahrleistung infolge der höheren Spritpreise: Viele
Menschen seien heuer vom Auto auf Öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen;
diese seien um etwa das 40-Fache sicherer. Kurze Autofahrten seien vermehrt
durch Gehen und Radfahren ersetzt worden; auch verstärkte Kontrollen durch
die Exekutive hätten zu einem Rückgang der Unfälle geführt. Der Club
forderte ein Verkehrssicherheitspaket: So soll z. B. Telefonieren am Steuer
in das Vormerksystem aufgenommen werden, ebenso das Übertreten von
Tempolimits.