21. Oktober 2007 09:13
Die Weltmeere nehmen nach einer groß angelegten britischen Studie heute
deutlich weniger Treibhausgase auf als noch vor zehn Jahren. Dadurch könnte
die Erderwärmung weiter zunehmen, heißt es in der am Samstag
veröffentlichten Untersuchung der Universität East Anglia. Die Ergebnisse
seien "höchst beunruhigend".
90.000 Messungen ausgewertet
Die Wissenschafter unter Leitung von
Prof. Andrew Watson werteten mehr als 90.000 Messungen im Nordatlantik im
Zeitraum von 1995 bis 2005 aus. Ihr Ergebnis: Die CO2-Aufnahme des Meeres
verringerte sich in diesem Zeitraum um die Hälfte.
Zunahme der Erderwärmung droht
Nach Angaben der Forscher
droht eine Zunahme der Erderwärmung, wenn die Meere weniger Treibhausgase
aufnehmen. Mehr noch: "Der Ozean könnte bald mit unseren Emissionen
gesättigt sein", meinte ein Klimaexperte der britischen BBC. Es gebe zwei
große "CO2-Senken": den Ozean und die Biosphäre. Jede von ihnen absorbiere
je ein Viertel aller CO2-Emissionen, der Rest bleibe in der Atmosphäre.
Ursachen noch nicht vollständig geklärt
Nach Angaben
von Watson bedeutet die verringerte CO2-Aufnahme des Meeres heute allerdings
noch nicht, dass der Ozean "voll" damit sei. Der Grund für diese Entwicklung
sei noch nicht vollständig geklärt, betonte er. "Wir vermuten, dass es
klimatisch bedingt ist, dass der Klimawandel erheblich stärkere Auswirkungen
hat als wir erwarteten."
Aussagen schwierig
Da die Messungen nur über einen Zeitraum von
zehn Jahren gemacht wurden, sind weitergehende Aussagen laut Watson
schwierig. Es sei noch zu früh, um mit Sicherheit sagen zu können, ob die
Resultate natürliche CO2-Schwankungen widerspiegelten oder einen vom
Menschen ausgelösten Prozess. "Wenn es eine Serie von relativ warmen Wintern
gibt, kühlt die Wasseroberfläche nicht so stark ab (...) und das CO2 gelangt
nicht in die Tiefen der Meere." Dadurch würde mehr CO2 in die Atmosphäre
gelangen und die Erderwärmung zunehmen.