Hyperinflation
Simbabwe führt 100-Milliarden-Dollar-Schein ein
Harare, 20. Juli 2008 Die Inflation in Simbabwe steigt unaufhörlich. Ein Brot kostet 60 Milliarden Dollar. Bezahlen kann man mit einem 100-Milliarden-Dollar-Schein.
Das unter einer Hyperinflation leidende Simbabwe führt den 100-Milliarden-Dollar-Schein ein. Die Banknote werde am Montag in Umlauf gebracht, teilte die simbabwesische Zentralbank laut Staatsmedien am Samstag mit. In diesem Jahr wurden bereits eine Reihe neuer Geldscheine eingeführt: im Jänner ein Zehn-Millionen-Dollar-Schein, im April eine 50-Millionen-Dollar-Note. Anfang Mai kamen die 100- und 250-Millionen-Dollar-Scheine, Mitte Mai die 500-Millionen-Scheine. Kurz danach wurden fünf simbabwesische Milliarden, 25 Milliarden und 50 Milliarden gedruckt.
Ein Brot kostet 60 Milliarden Dollar
100 Milliarden
simbabwesische Dollar entsprechen auf dem Schwarzmarkt ungefähr einem
US-Dollar (0,632 Euro). Das Geld würde an diesem Wochenende für eine
Busfahrt vom Zentrum der Hauptstadt Harare in die Vororte und zurück
reichen. Für ein Getränk oder ein Brot würde es schon knapp: Beides kostete
Anfang der Woche etwa 60 Milliarden Dollar.
Das nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in einer tiefen Krise steckende südafrikanische Land hat im Juni nach offiziellen Angaben eine Hyperinflation von 2,2 Millionen Prozent verzeichnet. Unabhängige Ökonomen schätzen sogar, dass die tatsächliche Inflation bei zehn bis 15 Millionen Prozent liegt. Mindestens 80 Prozent der simbabwesischen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
Foto: (c) Reuters
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