30. 10. 2007, 15:45

Verbot gefordert

Delfine in der Austimus-Therapie "reinste Tierquälerei"

© AP Photo/Diether Endlicher

Seit langem werden Delfine als Therapie mit Autisten eingesetzt. Dies ist nicht nur Tierquälerei sondern auch gefährlich, sagen Tierschützer.

Mit Delfinen schwimmen wie bei "Flipper" wird oft als ideale Therapie für autistische Kinder angepriesen. Tiere und Kinder scheinen so gut zusammen zu passen, dass die Therapie in Fachkreisen einen eigenen Namen erhalten hat: "Dolphin Asisted Therapy" (DAT).

Allerdings gibt es nur wenig Belege dafür, dass DAT auch tatsächlich zu Erfolgen führt. DAT soll für Kinder sogar gefährlich sein. Zudem behauptet nun die Tierschutzorganisation "Whale and Dolphin Conservation Society", es sei die reinste Tierquälerei.

"Teuer und gefährlich"
DAT sei teuer und potentiell gefährlich, meint die "Whale and Dolphin Conservation Society" und ruft Autismus-Zentren zu einem Ende dieser Therapie-Sackgasse auf. Diese Methoden seien eine Ausbeutung von Tieren und spielen mit der Gutgläubigkeit der Familienmitglieder. Sie haben keinen Platz in der seriösen Medizin.

Enorme Körperkraft
Durch den Kontakt mit den Meeressäugetieren, seien Patienten einem unnötigen Risiko ausgesetzt. Delphine können agressiv werden, wenn sie bedrängt werden. Durch ihre enorme Körperkraft können sie Kindern auch unabsichtlich Schaden zufügen. Sie seien bekannt dafür, dass sie Schwimmer rammen, schlagen oder sogar beißen. Zudem könnten sie besonders leichte Kinder ins Wasser zurückziehen oder sogar ertränken.

Infektionsgefahr
Durch den intensiven Körperkontakt steigt auch das Infektionsrisiko. Delfine sind Bazillenträger und können Kinder mit Brucellose anstecken, was zu Muskelentzündungen führt.

Für Delfine, die bereits in Gefangenschaft sind, sei diese Therapie eine unnötige Anstrengung. Zudem werden wilde Delfine für DAT eingefangen und trainiert. So haben die pazifischen Salomonen kürzlich 28 Delfine nach Dubai exportiert, um in der DAT eingesetzt zu werden.

All dies kostet Familien von Menschen mit Behinderung tausende Euro für Therapiepraktiken, die sich nie bewährt haben.

DAT verbieten
Cathy Williamson, Autorin des Berichtes behauptet:
“Nachdem ich diese 'Industrie' gründlich recherchiert habe, kann ich nur eine Empfehlung abgeben: Man sollte DAT verbieten. Delfinen wird der menschliche Kontakt aufgezwungen. Das ist völlig artfremd für wildlebende Tiere." Weiters haben Delfine in Gefangenschaft eine kürzere Lebenserwartung.

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Gast: meint am 31.10.2007 09:20

Für Delphin-Therapie Zentren wie zB in Florida stimmt die Kritik. Es gibt aber schon seit langer Zeit neue Systeme, die entweder mit freilebenden Delphinen arbeiten, oder den Delphinen nachh den Therapiesessions sofortige Bewegungsfreiheit in halboffenen Meeresanlagen gewähren. Daß die DAT für autistische Kinder von nutzen ist, ist bereits wissenschaftlich bewiesen worden.

Gast: meint am 31.10.2007 19:42

was ist mit dem Infektionsrisiko und mit der Aggressivität der Tiere? Ich glaube, dass diese zwei Punkte hier wohl noch relevanter sind als der Tierschutz.

Gast: meint am 01.11.2007 10:53

Zur Wirksamkeit der DAT gibt es in der Tat zwei ganz unterschiedliche Meinungen: Zum einen verzweifelte Eltern, die natürlich einen Effekt beobachten wollen, nachdem Sie tausende von Euros oder Dollar für eine wissenschaftlich nicht belegbare Therapie gezahlt haben. Zum anderen die Therapeuten, die auch in den wissenschaftlichen Studien keinen Effekt beobachten konnten und eher abraten, weil andere Therapien, therapeutisch sinnvoller, langfristiger und kostengünstiger erscheinen. Vielleicht ist es einfach die pure Verzweiflung, den die Anbieter von Delfintherapien sich zu Nutze machen. Seriös finde ich das nicht, ganz unabhängig davon, dass die Delfintherapie gerne als Imageträger für kommerzielle Delfinarien missbraucht wird.

Gast: meint am 01.11.2007 12:25

Es ganz einfach unseriös zu behaupten, dass die Delphintherapie nicht wissenschaftlich belegt sei: Zahlreiche Studien belegen mittlerweile die hohe Wirksamkeit der DAT, insbesondere im psychisch-kognitiven Bereich bei Menschen mit Behinderung. Der WDCS sei gesagt, dass sie ein bisschen Vorsichtiger mit ihren Formulierungen umgehen soll, wenn sie sich nicht selbst vollkommen diskreditieren will, denn nicht einmal die Behauptung, dass Delphine in Gefangenschaft eine geringere Lebenserwartung als in freier Wildbahn haben ist erwiesen! Das räumt sogar der wissenschaftliche Leiter der WDCS - Karsten Brensing selber ein!

Gast: meint am 01.11.2007 12:26

Abgesehen davon möchte ich gerne wissen, ob nicht einer von diesen selbstgerechten WDCS-Leuten selber dankbar wäre, wenn ihrem behinderten Kind durch die Delphine geholfen würde?!

Gast: meint am 12.11.2007 17:06

Behinderten menschen werden falsche Hoffnungen gemacht, sie werden belogen, weil diese Lüge die Einnahme von millionen Euro verspricht.
Grose Tümmler legen tägl. bis zu 100km zurück, erreichen Spitzengeschw. bis zu 55 km/h, tauchen ohne Probleme bis zu 500m. tief und leben in komplexen Familienverbänden. Direkte Beobachtungen in Studie zeigen dass die Tiere deutl. unter Stress stehen, dem Menschen ausweichen, aggressives Verhalten zeigen und man bedenke die Übertragung von Salomellen, Pilzerkrankungen etc pp
Es gibt sinnvoller Alternativen, die nicht nur mit Tierquälerei verbunden sondern auch kostengünstiger sind