Digitalisierung in Österreich

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Digitalisierung in Österreich

Die digitale Transformation betrifft alle Lebensbereiche. Sie verändert die Kommunikation, die Arbeitswelt, das Bildungswesen, die Wirtschaft, die Industrie, die öffentliche Verwaltung. Österreich muss sich diesem Prozess stellen und ihn aktiv gestalten. Um auf diesem Weg in Österreich konzertierte Führungsarbeit zu leisten, hat die neue Bundesregierung die Zuständigkeit dafür in einem neuen Ressort gebündelt: dem Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

Momentan nimmt Österreich beim Index für die „digitale Wirtschaft und Gesellschaft“ (DESI) den 11. Rang im Ländervergleich unter den 28 EU-Mitgliedsstaaten ein. Aufgabe der Politik ist es, am Arbeitsmarkt, im Bildungsbereich und Wirtschaft die richtigen Weichen zu stellen und die Transformation aktiv zu gestalten, um Österreich in Sachen Digitalisierung wieder an die Spitze der EU zu bringen.

Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft 2018 © ec.europa.eu

Die Maßnahmen

Von „electronic"-Government zu „mobile"-Government
Österreich soll in Europa wieder eine führende Rolle als Lebens- und Wirtschaftsstandort einnehmen, daher ist es notwendig, die Verwaltung von „electronic"-Government zu „mobile"-Government weiterzuentwickeln. Die Marktdurchdringung von Smartphones erreicht in Österreich mittlerweile 94 Prozent. Angesichts dieser Dichte hat sich die Nutzung massiv in Richtung mobiler Anwendungen verschoben. Es ist daher eine logische Konsequenz, die E-Government-Angebote möglichst flächendeckend auch für mobile Endgeräte gleichermaßen anzubieten. Dazu hat das BMDW den Startschuss für den nächsten Schritt in die digitale Zukunft gegeben: Die verschiedenen Online-Behördenangebote des Bundes sollen auf einer neuen, zentralen Online-Plattform – „oesterreich.gv.at" – zusammengeführt werden. Damit wird der Zugriff auf die gängigsten Verwaltungsapplikationen wie etwa auf das Bürgerserviceportal (help.gv.at), das Unternehmensserviceportal (usp.gv.at) oder das Rechtsinformationssystem (ris.bka.gv.at) zusammengefasst. In weiterer Folge sollen die zehn Lebensbereiche mit den von Bürgerinnen und Bürgern am häufigsten genutzten Verwaltungsleistungen digitalisiert werden. Begonnen wird mit den Behördenwegen rund um das Thema Geburt.

CDO-Task Force

Um die positive Dynamik der Digitalisierung für die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Verwaltung zu nutzen, müssen in der Verwaltung organisatorische, logistische, rechtliche und fachlich koordinierte Maßnahmen gesetzt werden. Aus diesem Grund wurde gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) eine interministerielle Task Force geschaffen, in der jedes Ressort einen Chief Digital Officer (CDO) stellt. Diese CDOs arbeiten gemeinsam an der Roadmap der Digitalisierungsmaßnahmen, der Erstellung und Kommunikation der Digitalisierungsstrategie und des jährlichen Digitalisierungsberichts, an der Organisation des digitalen Gipfels und der Vorbereitung und Umsetzung der Entscheidungen der CDO-Task Force mit.

Digitalisierungsagentur Austria (DIA)

Mit der DIA entsteht ein zentraler Umsetzungsakteur für wichtige Bereiche der Digitalisierungspolitik. Durch die Einrichtung in der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG wurde ein rascher und kostengünstiger Start ermöglicht und es können Synergien mit den operativen und administrativen Bereichen der FFG genutzt werden. Die Agentur wird von einem Beirat begleitet, der mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern und Experten besetzt ist. Die DIA ist zentrale Plattform und Impulsgeber für die digitale Transformation der Wirtschaft, zuständig für die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie sowie für die Beratung der Bundesregierung. Gleichzeitig soll sie Anlaufstelle für nationale und internationale Digitalisierungsfragen werden. Österreich folgt damit dem Beispiel führender Digitalisierungs-Nationen wie Singapur, Großbritannien, Finnland oder Dänemark. Für die DIA stehen bis 2020 rund 13 Mio. € zur Verfügung.

Digitalisierungsagentur

Die Digitalisierungsagentur startet mit drei Pilotvorhaben.

Im DIA-LOG organisiert die DIA regelmäßig themenspezifische Veranstaltungen, die sich mit aktuellen Digitalisierungsthemen auseinandersetzen, zum Beispiel Digitalisierung im Tourismus. Mit den geplanten Digital Innovation Hubs (DIH) werden KMU bei Digitalisierungsprojekten durch ein Netzwerk regionaler Digitalzentren unterstützt. Die DIA wird in der Startphase und Promotion dieses neuen Kooperationsmodells mitwirken. Im Auftrag der Bundesregierung lädt die DIA zu einer moderierten Plattform 5G und Breitband ein, um die Umsetzung der Infrastrukturvorhaben der Bundesregierung schneller voranzubringen.

Breitbandausbau gemeinsam mit BMVIT

In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie baut das BMDW die technische Basis für die digitale Zukunft Österreichs. Es geht darum, ultraschnelles Internet auch in den letzten Winkel des Landes zu bringen. Die bisherigen Defizite wurden identifiziert und nun wird gegengesteuert. Aus der Breitbandmilliarde wurden bisher bereits 332 Mio. Euro investiert. Im April 2018 startete der fünften Aufruf zum Breitbandförderprogramm "Breitband Austria 2020 Leerrohr". Aus der Breitbandmilliarde stehen dazu insgesamt rund 30 Millionen Euro für Österreichs Gemeinden zur Verfügung. Die Ziele aus dem Regierungsprogramm sind klar: Anfang 2021 soll Österreich 5G-Pilotland sein, 2025 soll die landesweite Versorgung mit Gigabit-Anschlüssen erreicht werden.

Digitale Zukunft Österreichs © Adobe Stock

Das Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) bietet Unterstützung für heimische Unternehmen und Institute bei Forschungsvorhaben.

KMU & Start-ups unterstützen

Das BMDW sieht sich als Innovationstreiber in Österreich für Österreich. Neben den eigenen Angeboten und Lösungen müssen dazu optimale Rahmenbedingungen für Innovationen im Sinne eines digitalen Ökosystems geschaffen werden. Die Wirtschaftstreibenden und hier vor allem KMU haben noch Aufholbedarf bei der Umsetzung von Digitalisierung. Österreich ist hierbei zwar vor Deutschland, jedoch hinter dem EU28- und dem OECD-Durchschnitt. Deshalb muss vor allem bei den KMU angesetzt werden. So wünscht sich circa die Hälfte der 1.700 von der WKO befragten KMU gezielte Beratung zur Umsetzung der Digitalen Transformation.

KMU Digital WKÖ

In Kooperation mit der WKÖ mit „KMU digital“ ein bundesweites Programm gestartet, um die Unternehmen beim Umstieg auf den Einsatz von digitalen Anwendungen zu unterstützen.

Wesentlichen Anteil an der digitalen Transformation haben auch Start-ups. Wichtig ist, sie in der frühen Phase mit geeigneten Mitteln zu unterstützen. Das muss nicht zwingend durch Förderungen passieren, vielmehr bedarf es eines Netzwerkes, damit Gründer Partnerschaften aufbauen können. Speziell in dieser Phase müssen die Hürden für Start-ups möglichst niedrig gehalten werden. Darüber hinaus wird am Ausbau der Online-Unternehmensgründung gearbeitet. Für die e-Gründung von Ein-Personen-Unternehmen hat Österreichs Verwaltung schon den e-Award bekommen, der nächste Schritt wird die digitale Gründung einer „GmbH“ mit dem Notar sein.

Weiterentwicklung von Berufsbildern

Demographische und technologische Entwicklungen, die voranschreitende Flexibilisierung von Arbeits- und Lebensweisen, sowie die Digitalisierung sind Herausforderungen für die Berufsbildung. Die Lehre ist ein Erfolgsmodell für Österreich und kann auch ein Weg für Europa sein. Die Digitalisierung verändert die Berufswelt und Aufgabe der Politik ist es, diesen Wandel zu begleiten. Daher startet das BMDW im Herbst mit 13 neuen beziehungsweise modernisierten Lehrberufen, um die Anforderungen der geänderten Berufswelt zu berücksichtigen. Mit dem bereits erfolgten Erlass der Ausbildungsordnung ist die rechtliche Grundlage gewährleistet. Ab sofort können die Ausbildungen für folgende Lehrberufe starten: Chemieverfahrenstechnik, Medienfachmann/frau, Polsterer/in, Rauchfangkehrer/in, Steinmetz/in, Zahntechnik, Bautechnische Assistenz, E-Commerce-Kaufmann/-frau, Glasverfahrenstechnik, Maskenbildner/-in, Steinmetztechnik, Tierärztliche Ordinationsassistenz, Zahntechnische Fachassistenz. Insgesamt sollen sukzessive alle 200 Lehrberufe modernisiert werden.

Digitale Zukunft Österreichs © Adobe Stock

Das BMDW hat mit Anfang September zwei neue Berufsbilder für digitale Lehrberufe erlassen.

Fit4Internet – Pakt für digitale Kompetenz

Mit dem Pakt für Digitale Kompetenz soll die Bevölkerung fit für die Digitalisierung gemacht werden, denn digitale Kompetenzen sind der Schlüssel in eine erfolgreiche Zukunft. Fit4Internet ist eine Initiative zum Aufbau von digitalen Kompetenzen für Bürgerinnen und Bürgern. In den drei Fokusgruppen Seniorinnen und Senioren, Berufstätige mittleren Alters mit geringer IT-Affinität und Jugendliche soll eine jeweils bedarfsgerechte Ausbildung angeboten werden. Als Qualitätsmaßstab dient das DigComp-Framework der Europäischen Kommission. Auf dieser Basis werden über die Vernetzungsdrehscheibe Fit4Internet Ressourcen, Inhalte und Didaktik der Trainings vermittelt, umstrukturiert und österreichweit Kurse für digitale Fähigkeiten angeboten. Inhaltlich soll damit ein breites Netz an Trainings für digitale (Basis-) Kompetenzen in den Bereichen Online-Recherche und Informationsbeschaffung, Problemlösung, Kommunikation, Kollaboration, Content-Erstellung und sichere Mediennutzung aufgespannt werden.

Mehr Informationen:
www.bmdw.gv.at

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