Werksschließungen "kaum durchsetzbar"

Weiterhin Überkapazitäten in der Autoindustrie

Die Autoindustrie, die in den vergangenen Jahren weltweit massive Überkapazitäten aufgebaut hat, wird diese nicht so schnell wieder loswerden, prophezeit die internationale Beratungsfirma PriceWaterhoseCoopers (PwC) in einer Studie. Als Grund wird angegeben, dass Asien trotz Krise laufend Kapazitäten aufbaue und im Westen steige die Produktivität. Werksschließungen seien dagegen "schwer oder überhaupt nicht durchsetzbar".

"Weltweit dürfte die Auslastung der Automobilwerke 2009 auf den Wert von 63 Prozent fallen. Für eine rentable Produktion gilt ein Auslastungsgrad zwischen 75 und 80 Prozent als notwendig", schätzt Felix Kuhnert, PwC-Autoexperte.

Auch 2012 werde die Auslastung voraussichtlich noch geringer als 80 Prozent sein. PwC schätzt, dass die Hersteller 1.700 Euro pro Wagen einsparen müssten, um die von ihnen angepeilte Gewinnmarge einzuhalten.

Der europäische Markt wird nach Meinung des Consultingunternehmens 2010 um vier Prozent auf 13,3 Mio. Neufahrzeuge schrumpfen, in Deutschland soll der Absatzrückgang zu einer Drosselung der Produktion um 160.000 Fahrzeuge führen. Am härtesten würden wahrscheinlich die Hersteller von (Unter)Mittelklassewagen getroffen.

PwC rechnet hier mit einer Produktion von 2,1 Mio. Pkw - "so wenige Fahrzeuge wie zuletzt 1993. Auch langfristig dürfet diese Zahl kaum mehr als auf 2,5 Mio. pro Jahr steigen."

Beim Pkw würde künftig wieder mehr auf den Nutzwert als auf den Status geschaut, die Hoffnung liege im "Small Premium Segment", glauben die die Experten. Der Trend weg vom Statussymbol werde den deutschen Herstellern einen kumulierten Umsatzrückgang von 1,5 Mrd. Euro bescheren.