Finanzkrise belastete Commerzbank-Tochter stark

Banken

Polnische Tochter belastete Gewinn der Commerzbank im dritten Quartal

Abschreibungen bei der polnischen Tochter mBank haben die positiven Effekte der Geschäftsentwicklung bei der Commerzbank aufgezehrt.

Der Nettogewinn sank im dritten Quartal um 52 Prozent auf 195 Mio. Euro, wie das zweitgrößte deutsche Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Damit übertraf das Institut allerdings die Erwartungen der Analysten, die laut Commerzbank im Schnitt mit 116 Mio. Euro gerechnet hatten.

Dank der Zinswende und Zuwächsen im Kundengeschäft stiegen die Erlöse um zwölf Prozent auf 7,1 Mrd. Euro. Die Commerzbank hatte Belastungen durch die polnische Tochter mBank bereits angekündigt. Insgesamt beliefen sich diese auf 747 Mio. Euro.

An seinem Ziel, im Gesamtjahr einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro einzufahren, hielt das Institut fest. "Unsere Finanzziele für 2024 zeigen, dass wir grundsätzlich sehr zuversichtlich für die weitere Entwicklung der Commerzbank sind," sagte Finanzchefin Bettina Orlopp. Die pauschale Risikovorsorge lag im dritten Quartal bei 500 Mio. Euro. Laut Quartalsbericht blieb die Kreditqualität hoch und das Risikoergebnis betrug minus 84 Mio. Euro. "Die Zahl der Insolvenzen ist noch gering, sie wird aber nicht so bleiben", hatte Commerzbank-Chef Manfred Knof am Dienstag auf einer Konferenz gesagt.

Analysten der Ratingagentur Moody's nannten Anfang Oktober die Commerzbank als eines der deutschen Geldhäuser, das von der Energiekrise am meisten betroffen sei. Das Institut schätzte sein Exposure an Unternehmenskunden, die von den volatilen Energiepreisen betroffen sind, auf 45 Mrd. Euro. Das entspreche 9,3 Prozent des Gesamtportfolios der Bank.

Die Kosten sanken im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 1,43 Mrd. Euro. Um das Institut wieder auf einen stabilen Gewinnkurs zu führen, musste Knof im vergangenen Jahr einen tiefgreifenden Umbau einleiten. Von den einst rund 1.000 Filialen bleiben noch 400 übrig. Etwa 8.350 Stellen aus dem geplanten Abbau von 10.000 Jobs seien "weitgehend geregelt."