ZVEI rechnet mit Insolvenzwelle

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Der deutschen Elektroindustrie stehen nach Einschätzung des Branchenverbands ZVEI ein Anstieg der Kurzarbeit und zahlreiche Insolvenzen bevor. "Ich rechne mit einer Insolvenzwelle", sagte ZVEI-Präsident Friedhelm Loh dem "Tagesspiegel". "Von den 827.000 Beschäftigten per Ende 2008 sind nach den letzten Informationen 110.000 in Kurzarbeit. Ich gehe davon aus, dass die Zahl noch steigen wird."

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) befürchtet nach Lohs Worten eine Halbierung der Eigenkapitalquote seiner Mitgliedsunternehmen, die im Schnitt noch über 30 Prozent liege. "Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass die Unternehmen die Krise zwar überleben, aber am Ende keine Kraft mehr haben, neue Erfolge zu generieren, weil sie in der Zwischenzeit ihr Eigenkapital aufgebraucht haben", sagte der Verbandspräsident.

Loh verwies auf die Anfang Juli veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage, wonach im Juni bereits 57 Prozent der Mitgliedsunternehmen eine Kreditklemme spürten. Im März waren es lediglich fünf Prozent gewesen. "Das ist eine ernstzunehmende Tendenz, da auch die Zahlungsmoral nachlässt, nimmt der Geldbedarf zu, das verschärft die Situation der Unternehmen zusätzlich", sagte Loh nun dem "Tagesspiegel".

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