Ackermann ist gegen zu große Verflechtungen

"Europa-Banken drohen Anschluss zu verpassen!"

Deutsche-Bank-Chef Ackermann fürchtet, dass Europas Banken nach der Krise von ihren US- und asiatischen Konkurrenten abgehängt werden.

"Während die USA und China die Krise nutzen, um große und leistungsfähige Institute zu formen, droht Europa den Anschluss zu verpassen", mahnte Ackermann. Die größte deutsche Bank müsse, um zu wachsen, den Marktanteil am Heimatmarkt steigern. "Das versuchen wir mit allen Mitteln." Vor diesem Hintergrund stehe auch der bevorstehende Einstieg bei der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim.

Im Ausland ist Asien die Hauptstoßrichtung, sagte Ackermann. "Wir haben im Moment aber keine Ambitionen, außerhalb von Indien und China im Retailbanking tätig zu sein", schränkte er ein.

Die Deutsche Bank wird angesichts der zu erwartenden höheren Eigenkapitalanforderungen mehr Kapital beschaffen müssen. Das könne zum einen über eine höhere Rentabilität gelingen. Zum anderen sei es vielen Banken zuletzt sehr gut gelungen, Kapitalerhöhungen durchzuziehen. "Ich glaube nicht, dass der Staat dabei eine Rolle spielen muss bei guten Banken. Es ist unser Bemühen, die höheren Anforderungen ohne Staat zu erfüllen", bekräftigte der Bankchef.

Die Lage an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft sei weiterhin fragil, warnte der Bankchef. Bei den Kreditausfällen liege das Schlimmste wohl noch vor den Instituten. Das wieder erstarkte Investmentbanking dürfte nicht zu falschen Schlüssen verleiten. "Diese Zahlen spiegeln eine Sondersituation wider, sicher aber nicht ein neues Gleichgewicht nach der Krise." Die erstrebenswerte Standardisierung der Verbriefungen werde zu geringeren Margen für die Banken führen.