Deutsche Börse in Frankfurt am Main

Europa

Euro-Stoxx schließt geschwächt

Der Index der Top 50 europäischen Unternehmen sank um 2,09 Prozent.

Die europäischen Leitbörsen sind am Montag einheitlich mit klaren Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der Euro-Stoxx-50 gab um 2,09 Prozent nach und schloss bei 2.794,26 Zählern.

   Händler verwiesen auf eine Flucht aus riskanten Anlagen wie Aktien, die durch anhaltende Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone sowie das Wachstum in China begünstigt werde. Diese zeige sich auch am wieder erstarkten US-Dollar, der wiederum auf die Stimmung für Rohstoffe drücke.

   Für Verunsicherung unter den Investoren sorgte einmal mehr die erneute Diskussion um eine mögliche Umschuldung Griechenlands. Dazu kam ein auf "negativ" gesenkter Ausblick für die langfristige Beurteilung der Kreditwürdigkeit Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Zudem habe eine Wahlschlappe für die regierenden Sozialisten in Spanien die Befürchtungen geschürt, dass das Reformtempo der spanischen Regierung darunter leiden könnte, hieß es von Marktbeobachtern.

   Weiters hat sich die Wirtschaftsstimmung im Euroraum im Mai deutlich eingetrübt und laut Volkswirten eine Trendwende vollzogen. Der viel beachtete Einkaufsmanagerindex sank kräftig von 57,8 Punkten im Vormonat auf 55,4 Punkte, wie das Forschungsunternehmen Markit mitteilte. Bankvolkswirte hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen aber auf lediglich 57,4 Punkte veranschlagt.


   Ein Branchenvergleich zeigte alle Sektoren im roten Bereich. Der stärkere US-Dollar drückte auf die Rohstoffnotierungen und dementsprechend auf deren Branchenvertreter. Vor allem Energiewerte mussten angesichts stark rückläufiger Ölnotierungen Federn lassen. Aber auch Banken- und Versicherer verloren auf breiter Front.

   Im Energie-Sektor rutschten Eni um 4,99 Prozent ins Minus auf 16,20 Euro. Total gaben um 3,85 Prozent auf 39,49 Euro nach. Neste Oil verbilligten sich um 2,41 Prozent auf 11,75 Euro und Repsol sanken 1,45 Prozent auf 22,04 Euro.

   Der hohe Ölpreis bremst auch Europas größten Billigflieger Ryanair aus. Das irische Unternehmen hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 trotz der Aschewolke, hoher Kerosinpreise und neuer Ticketsteuern den Umsatz gesteigert und mehr verdient. Laut Händlern hatte Ryanair damit beim Nettogewinn die Erwartungen übertroffen. Negativ betrachtet wurde allerdings der Ausblick, der die Aktien um 5,30 Prozent nach unten drückte auf 3,36 Euro. Im Sinkflug zeigten sich auch Lufthansa mit minus 3,53 Prozent auf 15,03 Euro sowie Air France-KLM, die um 4,54 Prozent auf 11,46 Euro verloren.

   Unter den Bankwerten mussten die Anteilsscheine von Intesa SanPaolo ein Minus von 6,80 Prozent auf 1,69 Euro hinnehmen. Ein Analyst verwies darauf, dass die Papiere der italienischen Bank am Berichtstag "ex Bezugsrechte" für die geplante, fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung und zudem noch "ex Dividende" gehandelt würden.

   In Frankfurt hat die Commerzbank den nächsten Schritt bei ihrer Mega-Kapitalerhöhung gemacht und den Aktien damit zugesetzt. Die Bankentitel sackten um 5,32 Prozent auf 3,74 Euro ab. Nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen gibt das teilverstaatlichte Institut die neuen Papiere zum Preis von 2,18 Euro je Stück auf den Markt. Damit liegt der Ausgabepreis rund 45 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag (3,95 Euro) - vor der Ankündigung der Kapitalerhöhung Anfang April hatte die Aktie noch mehr als fünf Euro gekostet.

   Bei den Versicherern zeigten sich Aegon mit einem Abschlag von 3,31 Prozent auf 4,67 Euro. ING lagen 2,17 Prozent im Minus bei 8,13 Euro. Ein optisch auffällig hohes Minus mussten Generali vorweisen, die am Tag des Dividendenabschlags um 4,49 Prozent tiefer bei 14,88 Euro notierten.