Europas Leitbörsen schließen schwächer

Spannung vor US-Zinsentscheid

Europas Leitbörsen schließen schwächer

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Euro-Stoxx verbilligte sich um 21,58 Einheiten oder 0,84% auf 2.543,22 Zähler.

Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Zinsentscheids der US-Notenbank Fed mehrheitlich mit schwächeren Kursen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 21,58 Einheiten oder 0,84 Prozent auf 2.543,22 Zähler.

Im Mittelpunkt stand an Europas Börsen der für nach Börsenschluss anberaumte Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Von der darauffolgenden Pressekonferenz erwarteten sich die Anleger Aufschluss über die Pläne der Obersten Währungshüter der USA, hieß es aus dem Handel. Viele Beobachter rechneten damit, dass die Notenbanker der USA ein drittes Anleihenkaufprogramm (QE3) in Aussicht stellen werden - und zwar in unbegrenztem Umfang.

Angesichts der Vortagesgewinne nach dem positiven Richterspruch des deutschen Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe zum Euro-Rettungsschirm ESM, dürfte Börsianern zufolge der Handel zudem von Gewinnmitnahmen geprägt gewesen sein.

Die am Berichtstag in Paris veröffentlichten Frühindikatoren der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) deuten darauf hin, dass die Konjunktur in den meisten Volkswirtschaften in den kommenden Monaten weiter an Schwung verlieren werden. Für die Eurozone wiesen die Indikatoren für Frankreich und Deutschland auf ein anhaltend schwaches Wachstum hin, schreibt die OECD. Kurz vor US-Börsenbeginn standen Konjunkturdaten aus den USA zur Veröffentlichung an. Die aktuellen Arbeitslosen-Daten fielen erneut enttäuschend aus.

Auf Unternehmensseite standen die Papiere von BAE Systems und EADS weiter im Mittelpunkt. Wie erst am Vorabend kurz vor Börsenschluss bekanntwurde, sprechen die beiden Rüstungskonzerne derzeit über eine mögliche Fusion. EADS-Aktien brachen um über zehn Prozent auf 25,145 Euro ein, die Titel des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems, die am Mittwochabend noch um über zehn Prozent in die Höhe geschossen waren, sackten in London um 7,29 Prozent auf 26,50 Pence ab. Den Analysten der Commerzbank zufolge, seien die in Medien genannten Synergien von 850 Mio. Euro unrealistisch. Zudem würde EADS stärker abhängig von Märkten, die mit schrumpfenden Verteidigungsbudgets zu kämpfen haben.

Innerhalb des Euro-Stoxx-50 zählten Bankwerte zu den weniger gut gesuchten Titeln. Societe Generale verloren 3,26 Prozent auf 23,925 Euro und zählten damit zu den schwächsten Werten innerhalb des Euro-Stoxx-50. Die Aktie des französischen Optikkonzerns Essilor verzeichnete unterdessen ein Plus von knapp 0,59 Prozent auf 73,15 Euro.

Sanofi drehten im Verlauf ins Minus und schlossen 0,55 Prozent tiefer bei 66,91 Euro. Medienberichten zufolge soll der französische Pharmakonzern in den USA die Zulassung für sein Multiple-Sklerose-Mittel Aubagio erhalten haben. Nokia glichen unterdessen die Anfangsverluste bis zu Börsenschluss wieder aus und verabschiedeten sich mit einem Plus von 0,90 Prozent auf 2,232 Euro aus dem Handel.

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