Auer-Welsbach ist für 2009 "durchaus optimistisch"

AvW-Gruppe fuhr im Vorjahr 265 Mio. Verlust ein

Artikel teilen

Der Kärntner Beteiligungskonzern AvW Gruppe AG, mit über 75 Prozent an der börsennotierten AvW Invest AG beteiligt und mit Genussscheinen an der Frankfurter Börse notiert, hat das Geschäftsjahr 2008 mit einem Verlust von 265,4 Mio. Euro abgeschlossen. 2007 wurde noch ein Gewinn von 11,2 Mio. Euro erzielt. Im ersten Halbjahr 2009 sei wieder ein Gewinn von 7,6 Mio. Euro erzielt worden, teilte die Gesellschaft vor Beginn der Hauptversammlung mit.

"Das abgelaufene Geschäftsjahr war das schwierigste in der Geschichte der AvW. Wir haben rasch reagiert und sind nun wieder am richtigen Weg", so AvW-Vorstandvorsitzender Wolfgang Auer-Welsbach. Für das Gesamtjahr 2009 zeigt sich Auer-Welsbach "durchaus optimistisch".

Die AvW-Gruppe ist inklusive AvW Invest noch mit rund 33 Prozent an C-Quadrat beteiligt, und hält auch Beteiligungen an S&T (30 Prozent), Binder & Co AG (29 Prozent), Realtech AG (17 Prozent), Ecotel (11 Prozent), Hirsch Servo AG (11 Prozent), der GFT-Gruppe (unter 10 Prozent), Euromicron (6 Prozent) und RHI (3 Prozent). Weiters werden 100 Prozent an der AvW Immobilien GmbH, 40 Prozent an der New Econ und 40 Prozent an der Financial Global Network Beteiligungs AG gehalten.

Die Umsatzerlöse stiegen 2008 auf 132,7 (115,4) Mio. Euro. Die Bilanzsumme brach auf 96,4 (347) Mio. Euro ein. Das Eigenkapital ging auf 44,3 (317,1) Mio. Euro zurück, die Eigenkapitalquote sank auf 45,95 (91,40) Prozent. Im ersten Halbjahr 2009 belief sich das Betriebsergebnis auf 4,0 Mio. Euro, das EGT lag bei 7,7 Mio. Euro und die Bilanzsumme bei 92,0 Mio. Euro, teilte AvW mit.

In "zwei bis drei Jahren" will man die Probleme gelöst haben. Das Halbjahresergebnis zeige, dass man am richtigen Weg sei, sagte Auer-Welsbach in Krumpendorf vor Journalisten. Das Unternehmen hat ja den Rückkauf von Genussscheinen ausgesetzt, nachdem die Gesellschaft ins Trudeln geraten war. Spätestens 2012 möchte man den Anlegern aber wieder Bares anbieten können.

Derzeit sind dafür drei Varianten im Gespräch: "Entweder wir zahlen eine Dividende aus, oder es gibt eine Kapitalherabsetzung oder einen freiwilligen Rückkauf von Genussscheinen", sagte der Vorstandschef. Dabei soll das für die Anleger steuerlich günstigste Modell gewählt werden. So hätte etwa eine Herabsetzung des Kapitals den Vorteil, dass die Zahlungen an die Anteilsinhaber nicht der Kapitalertragssteuer unterliegen.

Liquidierung "wäre schwerer Fehler gewesen"

Eine - von Anlegeranwälten geforderte - Liquidierung des Unternehmens im vergangenen Winter wäre ein schwerer Fehler gewesen, meinte Auer-Welsbach. Dabei hätte man nur einen "minimalen Wert" erzielen können. In den vergangenen Monaten sei es wieder deutlich bergauf gegangen. Auch das Schuldenmanagement habe man im Griff. So habe das Unternehmen volle Handlungsfreiheit beim Zukaufen bzw. Abstoßen von Beteiligungen.

Der AvW-Chef rechnet trotz der derzeitigen Wirtschaftskrise mit guten Börsenjahren 2010 und 2011. Es gebe, wie nach jeder Baisse, eine "Bodenbildung", die große Rezession werde ausbleiben, prognostizierte er. Allein die Wachstumsmärkte China und Indien würden dafür sorgen, dass die Wirtschaftsentwicklung nach oben zeigen werde. Man habe mit den Beteiligungen heuer bisher gute Gewinne erzielt, so sei etwa das RHI-Aktienpaket seit Jahresbeginn um 80 Prozent gestiegen, auch S&T sowie Realtech hätten sich gut entwickelt. Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer Fortsetzung dieses positiven Trends.

Dein oe24 E-Paper
Jetzt NEU auf oe24.at: Mit einem Click zum kompletten E-Paper ▲
OE24 Logo