Schockbilder kommen

EU erklärt Rauchern den Krieg

Die Kommission will mit Schockbildern auf Packungen die Zahl der Raucher reduzieren.

Nach dem Entwurf der EU-Kommission zur Verschärfung der Tabakrichtlinie sollen verpflichtend und EU-weit Schockbilder auf die Packungen von Zigaretten kommen. Bisher hatten die EU-Staaten nur freiwillig eine Wahl, solche Bilder vorzuschreiben. "Manchmal muss man die Leute schockieren, damit sie zum Rauchen aufhören", sagte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg am Mittwoch.

Borg erläuterte, nur Bilder aus einer europaweit festgelegten Datenbank könnten verwendet werden. Ziel des Vorschlages sei es, den Anteil der Raucher in Europa in den nächsten fünf Jahren um zwei Prozent zu reduzieren, sagte Borg, der sich selbst als "toleranten Ex-Raucher" bezeichnete.

Aus für Menthol-Zigaretten
Vor allem junge Menschen hat die EU-Behörde im Visier. So gebe es etwa Beweise dafür, dass Aroma-Zusatzstoffe junge Menschen zum Rauchen verführten. Diese Aromastoffe wie Menthol oder Schokolade würden nach dem Entwurf der Kommission künftig verboten. Der traditionelle Schnupftabak bleibt davon unangetastet. Borg verteidigte auch das Weiterbestehen des Verbots für den schwedischen Kautabak Snus. Dieses habe schon vor Schwedens EU-Beitritt bestanden, nur Schweden habe eine Ausnahme erhalten.

 "Wir müssen die Menschen informieren, dass eine Verbindung zwischen Lungenkrebs und Rauchen gibt", sagte Borg. Viele Menschen würden die Gefahren des Rauchens nach wie vor herunterspielen, so wie es Leute gebe, die den Klimawandel leugneten.

 "Die heute von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg vorgestellte Tabakrichtlinie ist ein ausgewogener Vorschlag und wird Leben retten", sagte der ÖVP-Europaabgeordnete Richard Seeber. Er begrüßte die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Warnbilder auf Zigarettenpackungen, die bisher in Österreich nicht zur Verwendung kommen.

 "Studien zeigen, dass Raucher die bisherigen Warnhinweise nicht mehr wahrnehmen; die drastischen Warnbilder aber werden Aufmerksamkeit erregen. Das ist wichtig um vor allem junge Menschen vom Rauchen abzuhalten. Auf der anderen Seite ist es gut, dass der Vorschlag keine Einheitsverpackungen ohne Produktlogo vorsieht. Dies würde zu viele rechtliche Probleme aufwerfen. Wir begrüßen zudem, dass ein offenes Präsentationsverbot für Tabakprodukte nicht Teil des Vorschlags ist", sagte Seeber.

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