Frankfurter Börse

Warten auf Fed

Europas Leitbörsen schließen schwächer

Gewinnmitnahmen vor Fed-Entscheidungen in der kommenden Woche.

Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag schwächer aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 27,81 Einheiten oder 0,93 Prozent auf 2.960,86 Zähler. Nach einem behaupteten Start sind die Märkte am Nachmittag noch etwas ins Minus gerutscht.

An vielen Börsen wurde von Gewinnmitnahmen berichtet. Einige Investoren dürften im Vorfeld der US-Notenbanksitzung am 18. Dezember sicherheitshalber Gewinne realisieren und vorerst abwarten. Mit Hochspannung erwartet wird ab welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß die Notenbank Fed ihre Anleihenkäufe zur Wirtschaftsbelebung wieder zurück fährt.

Nach einigen jüngsten Aussagen von einzelnen Fed-Mitgliedern scheint nun ein vorsichtiger Beginn der Drosselung schon im Dezember wahrscheinlicher, hieß es. Auch gemischt ausgefallene Wirtschaftsdaten aus China dürften am Dienstag die Börsen gebremst haben.

Beinahe alle im Euro-Stoxx-50 gelisteten europäischen Blue Chips schlossen am Donnerstag mit negativen Vorzeichen. EADS büßten nach Bekanntgabe von Details zu ihren Sparmaßnahmen 2,59 Prozent auf 49,18 Euro ein und waren damit der Tagesverlierer im Index. Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern will beim geplanten Abbau von 5.800 Stellen betriebsbedingte Kündigungen nicht völlig ausschließen.

Die Sparmaßnahmen dürften sich aber angesichts des Widerstands der Gewerkschaften noch etwas hinziehen, begründeten Händler das Minus. "Die Drohung mit betriebsbedingten Kündigungen ist völlig überzogen und überhaupt nicht notwendig", sagte IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner

Stärker unter Druck kamen auch einige Schweizer Aktien. Händler begründeten die Verluste mit den Kursanstiegen des Schweizer Franken, die exportorientierten Schweizer Unternehmen schaden.

Positiv aufgenommene Aussagen der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) und eine Kurszielerhöhung haben den Aktien der Commerzbank am Dienstag Auftrieb gegeben. S&P befürchtet im Zusammenhang mit dem anstehenden Bilanzcheck der größten Banken der Eurozone durch die Europäischen Zentralbank (EZB) keine größeren Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Finanzkonzerne. An der Frankfurter Börse schlossen Commerzbank mit einem Plus von 2,71 Prozent bei 10,995 Euro und waren damit der Tagesgewinner im DAX.