UniCredit-Kapitalstärkung auch für Bank Austria

In Börsenprospekt

UniCredit warnt vor Euro-Crash

Bank Austria-Mutter hält fast 90 Milliarden Euro Staatsanleihen.

Die Bank Austria-Mutter UniCredit warnt in ihrem Prospekt für die geplante 7,5 Mrd. Euro-Kapitalerhöhung vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone. Die Bank macht damit potenzielle Investoren auf mögliche Risiken in Bezug auf die Staatsschuldenkrise und die Auswirkungen auf das eigene Bankgeschäft aufmerksam. Traditionell werden in Kapitalmarktprospekten von Finanzmarktinstituten "Worst-Case"-Szenarien durchgespielt. Die UniCredit sitzt laut Prospekt auf Staatsanleihen im Wert von 89,4 Mrd. Euro, davon allein Papiere im Wert von 38,8 Mrd. Euro aus Italien.

"Bedenken, dass die Euro-Staatsschuldenkrise sich verschlechtern könnte, könnte zur Wiedereinführung von nationalen Währungen in einem oder mehren Euro-Staaten führen, oder unter besonders schlimmen Umständen die Aufgabe des Euros", schreibt die Bank in ihrem Prospekt. Der Austritt oder das Risiko eines Austritt von einem oder mehreren Eurozonen-Mitglieder und/oder die Abschaffung des Euros könnte "große negative Effekte" auf die Bank haben, unter anderem auf das "operative Resultat, die Kapital- und Finanzbasis der Gruppe."

Die dramatische Situation der griechischen Staatsfinanzen, wird von UniCredit kritisch beobachtbar: "Jegliche Verschlechterung der politischen oder sozio-ökonomischen Situation in Griechenland, als auch die Entscheidung der Gruppe an der Teilnahme am Restrukturierungsplan für griechische Staatsschulden, könnte noch zu größeren Verlusten für die Gruppe führen, als am 30. September 2011 verzeichnet." Nach riesigen Abschreibungen wies UniCredit im 3. Quartal 2011 einen historischen Verlust von 10,6 Mrd. Euro aus.

UniCredit-Investoren werden weiters über die Konsequenzen einer Änderungen des EZB-Anleihenankaufprogramms (derzeit bei rund 211,5 Mrd. Euro) informiert: Jegliche Entscheidung der EZB ihr Anleihenankaufprogramm auszusetzen oder zu ändern und ein Scheitern der Initiativen zur Lösung der Staatsschuldenkrise, könnten "negativen Einfluss" auf den Wert der Staatsanleihen und damit "großen negativen Einfluss auf das operative Resultat, die Kapital-und Finanzbasis der Gruppe haben", warnt die Bank.

Per 30. September 2011 hat die UniCredit Staatsanleihen im Wert von 89,43 Mrd. Euro gehalten. Folgend die Aufstellung laut Börsenprospekt nach Ländern: