Will denn keiner mehr arbeiten gehen? Dem Handel gehen die Mitarbeiter aus

handelsverband

Will denn keiner mehr arbeiten gehen? Dem Handel gehen die Mitarbeiter aus

Nach der Krise ist vor der Krise. Dem Handel fehlen die Mitarbeiter:innen, viele haben sich während der Pandemie umorientiert. Wie kann man sie wieder zurückgewinnen und warum ist der Handel für neue Zielgruppen auch attraktiv? 

Unternehmen müssen alte Strukturen modernisieren und neue Wege im Recruiting beschreiten, oder ist es schon zu spät?

Kein Weg zurück mehr

Retail Recruiting war schon immer eine Herausforderung. Social Distancing und Homeoffice machten es in den letzten Jahren nicht leichter. Einen Weg zurück gibt es aber nicht mehr. Obwohl im Handel dringend Mitarbeiter:innen gesucht werden und Arbeitssuchende die Qual der Wahl am Arbeitsmarkt haben, finden Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen nicht zusammen.

Sind es nun die klassischen Bewerbungsprozesse oder die Belastungen und Erfahrungen der letzten zwei Jahre. Es gibt viele Gründe, warum sich Arbeitswillige nicht für eine Stelle im Handel bewerben. Unternehmen und ihre Personaler müssen sich anstrengen um den Einzelhandel als Arbeitgeber wieder interessant zu machen.  

Das Hobby zum Beruf machen

Das klingt zwar schön, aber die Arbeit im Handel bedeutete schon immer lange Öffnungszeiten, geringe Einstiegsgehälter und körperlich anstrengende Arbeit – das schreckt ab. Wie der Phoenix aus der Asche hat der Handel nun die Chance sich am Arbeitsmarkt neu zu etablieren. Wo sonst gibt es so viele Möglichkeiten als im Einzelhandel? Wer z.B. bei C&A arbeitet ist keine reine Verkaufskraft. Diese gibt es so nicht mehr, neben den klassischen Aufgaben des Verkaufs ist sie ebenso Vertreterin des Unternehmens und Beraterin mit fachlichem Hintergrundwissen.

Vom Lehrling bis zum Quereinsteiger finden hier alle ihren Platz. Weiterbildung und Schulung der Mitarbeiter:innen sind ein Standard der schon vor der Krise unverzichtbar war. Und wer „mehr“ will, dem wird meist auch die Chance auf eine höhere Position oder mehr Verantwortung gegeben. Hört sich doch gut an! Trotzdem fehlt es an Bewerbungen.

© CuA Handelsverband
Will denn keiner mehr arbeiten gehen? Dem Handel gehen die Mitarbeiter aus
× Will denn keiner mehr arbeiten gehen? Dem Handel gehen die Mitarbeiter aus

Ein Beruf mit Zukunft

Bleiben wir beim Beispiel „C&A“. Als eines der führenden Modeunternehmen in Europa, hat es bereits sein Europageschäft modernisiert und will in digitale Lösungen investieren. Obwohl der Fokus nun am Online-Verkauf liegt und dafür auch mehr Personal eingestellt wird, ist die Arbeit in den Filialen nicht minder wichtig. Nur dort findet direkter Kundenkontakt statt, es wird beraten und die Ware kann sofort anprobiert und gekauft werden. Das wird auch in Zukunft so bleiben. 

In der Pandemie zeigte sich einmal mehr, wer seine Mitarbeiter:innen schätzt und versucht Arbeitsplätze zu retten statt abzubauen. Das spricht sich auch unter den Bewerber:innen um. Kündigungswellen und Kurzarbeit brachten in vielen Branchen jedoch Unsicherheiten mit sich. Ein Wunsch, der wohl aus dieser Krise geboren wurde: Wenn schon Arbeit, dann in einem Unternehmen, dem ich vertrauen kann und der meine persönlichen Werte auch widerspiegelt.

Ein gutes Betriebsklima und ein sicherer Arbeitsplatz sind jetzt für Bewerber:innen wichtiger denn je. Hier muss Retail Recruitment ansetzen um den Einzelhandel wieder als Arbeitgeber attraktiv zu machen.