Gründerzeit: Bauboom wirkt bis heute nach

MA 19

Gründerzeit: Bauboom wirkt bis heute nach

Neue Bauordnung soll mehr Schutz für stadtbildprägen­de Gebäude bringen.

Gründerzeit. Derzeit erlebt Wien einen Bevölkerungsboom – und das hat es schon einmal gegeben: Zwischen 1848 und 1918 stieg die Einwohnerzahl Wiens stark an, viel mehr Platz war nötig. Daraufhin wurden Ringstraße, Bahnhöfe und Kulturbauten geschaffen, die Donau reguliert und in kurzer Zeit eine große Anzahl an Wohnbauten errichtet, sagt Franz Kobermaier, Leiter der Magistratsabteilung 19, Architektur und Stadtgestaltung.
Wertvolles Erbe. Das Ergebnis ist große architektonische Vielfalt: vom herrschaftlichen Innenstadtpalais über das bürgerliche Wohnhaus in den inneren Bezirken bis zum einfacher gestalteten Arbeiterwohnhaus in der Vorstadt. „Alle diese Gebäude mit ihren spe­ziellen Formen und Proportionen sind bis heute ein wichtiger Bestandteil im Stadtgefüge“, so Kober­maier.
Das typische Stadtbild soll geschützt werden
Die Stadt ist sich der ­Bedeutung bewusst: „So können stadtbildprägende Gebiete im Bebauungsplan zu Schutzzonen erklärt werden. Veränderungen sind dann nur mehr in geringerem Ausmaß möglich.“
Seit der letzten Novelle der Wiener Bauordnung können nun auch Ge­bäude außerhalb solcher Schutzzonen vor dem Abbruch geschützt werden, wenn sie vor 1945 errichtet wurden und einen wesentlichen Beitrag für das Stadtbild leisten. „Damit wurde ein großer Schritt zur Erhaltung der identitätsstiftenden und damit schützenswerten histo­rischen Bausubstanz gesetzt“, sagt Kobermaier.