(Noch-)Runtastic-Chef im Interview

"Wichtigste ist, an sich zu glauben"

(Noch-)Runtastic-Chef im Interview

Wie berichtet, steigt Florian Gschwandtner Ende 2018 bei der Fitness-App Runtastic aus. Der mittlerweile 35-Jährige verkaufte gemeinsam mit seinen Mitgründern das Start-up im Jahr 2015 für 220 Mio. Euro an Adidas. Nun erzählt er in einem neuen Buch seine Erfolgsgeschichte. "So läuft Start-up" (240 Seiten, 18 Euro) erscheint am Montag (24. September). Pünktlich zum Start haben wir den smarten Manager zum Interview gebeten.
 
florian-gschwandtner-buch.jpg © ecowin
 
 
ÖSTERREICH: Heute erscheint Ihr Buch "So läuft Start-up". Wann hatten Sie die Idee, ein Buch zu schreiben - und was ist der Hintergrund?
 
Florian Gschwandtner: Das hat sich heuer im Jänner ergeben, ist also ziemlich schnell gegangen. Ich wollte immer ein Buch machen, meine Erfahrungen mit Runtastic niederschreiben - sodass auch andere etwas davon haben.
 
ÖSTERREICH: Was ist der wichtigste Rat, den Sie jungen Gründern geben möchten?
 
Gschwandtner: Das Wichtigste ist, an sich selbst zu glauben. Runtastic hätte bald vorbei sein können, wenn wir auf all die Leute gehört hätten, die gesagt haben, das funktioniert nie.
 
ÖSTERREICH: Sie sind auf einem Bauernhof aufgewachsen, haben dann studiert, gejobbt - hätten Sie sich je vorgestellt, einmal einer der erfolgreichsten österreichischen Gründer zu sein?
 
Gschwandtner: Nie im Leben. Als wir Runtastic gegründet haben, hat man das Wort Start-up noch gar nicht gekannt. Wir haben natürlich daran geglaubt, eine Firma zu gründen, die funktioniert - aber nie in DER Dimension.
 
ÖSTERREICH: 2015 haben Sie und Ihre Mitgründer Runtastic an Adidas verkauft, für 220 Mio. Euro. Im Buch schildern Sie, wie spannend das war. Jetzt sind Sie Multimillionär. Was bedeutet Geld für Sie?
 
Gschwandtner: Das Angenehmste daran ist die finanzielle Unabhängigkeit: Wenn etwas kaputtgeht, muss ich mir keine Sorgen machen, mir nichts Neues leisten zu können. Wenn ich irgendwo hinfliegen will - fürs Business oder eine Party -, muss ich nicht überlegen. Das ist ein großer Luxus - ich kenne auch die andere Seite, hatte früher eine Zeit lang kein Auto, weil ich kein Geld hatte.
 
ÖSTERREICH: Vor Kurzem haben Sie sich entschlossen, mit Jahresende bei Runtastic auszusteigen.
 
Gschwandtner: Das war ein ziemlich schneller Entschluss. Ich kann nicht sagen, ob es richtig war, es kommt mir noch sehr surreal vor. Ich möchte mehr Zeit haben, für Freunde, Privates. Als wir Runtastic gegründet haben, war ja nicht das Ziel, immer 18 Stunden zu arbeiten. Obwohl es Spaß macht, wir haben coole Produkte und es ist toll, daran zu arbeiten. Aber jetzt möchte ich einiges nachholen - und das kann ich nur, wenn ich keine Verpflichtung habe.
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