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Tschechiens Milchbauern gegen niedrige Milchpreise

Die tschechischen Milchbauern protestieren am 29. Juni mit Protestfahrten gegen den niedrigen Milchpreis. Von der Aktion sind vor allem Südmähren, Süd- und Westböhmen betroffen. Mit langsamer Fahrt ihrer Traktoren, Lkw oder Pkw wollen die Bauern unter anderem den Verkehr auf den Autobahnen D1 bei Brünn und D5 bei Pilsen behindern.

Der Protest hat um 9 Uhr begonnen und soll rund drei Stunden dauern, berichten tschechische Medien. Der Chef der tschechischen Landwirtschaftskammer, Jan Veleba, begründet die Aktion mit dem niedrigen Aufkaufpreis der Milch. Er sei schon so niedrig, dass 20.000 Kühe bis Jahresende geschlachtet werden müssten und rund 2.000 von 40.000 Menschen in der Landwirtschaft deshalb ihre Arbeit verlieren könnten. "Mit den Protesten wollen wir darauf aufmerksam machen, was passiert, wenn die Kühe verschwinden", betonte er. An den Blockaden beteiligten sich nach Angaben der Bauern rund 200 Traktoren und Hunderte von Lkw und Pkw.

Laut Angaben einiger Bauern liege der Aufkaufpreis bereits unter dem Produktionspreis. Derzeit erhalten die Bauern pro Liter Milch rund 6 Kronen (23 Cent), vor einem Jahr wurden noch über 9 Kronen bezahlt. Zum Vergleich: In Österreich erhalten die Bauern 25 Cent je Liter.