Lufthansa-Streik geht weiter

Am Donnerstag

Lufthansa-Streik geht weiter

Betroffen sind Flüge von Lufthansa Cargo sowie Langstreckenflüge.

Die Piloten der Lufthansa setzen ihren Streik am Donnerstag fort. Betroffen seien Flüge von Lufthansa Cargo sowie Langstreckenflüge zwischen 03.00 Uhr in der Früh und 23.59 Uhr, teilte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit am Dienstagabend mit.


   Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings sowie Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa sollen demnach nicht betroffen sein.

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   Die Piloten hatten zuvor am Dienstag noch während des laufenden Streiks mit neuen Arbeitsniederlegungen gedroht. "Es kann weitere Streiks geben, auch im nächsten Jahr", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. Das Management habe in den jüngsten Verhandlungen im Tarifkampf um die Frührente der 5.400 Flugzeugführer keine Kompromissbereitschaft erkennen lassen und auf Maximalforderungen bestanden.

   Damit erhöhten sie Piloten den Druck auf das Management vor der für Mittwoch geplanten Aufsichtsratssitzung zum Start einer Billig-Airline. Flugzeuge des neuen Billigablegers für Kurz- und Langstrecke unter der Dachmarke Wings sollen explizit nicht von teuren Konzern-Piloten geflogen werden. Cockpit ist das ein Dorn im Auge. Eine Annäherung in dem seit acht Monaten schwelenden Tarifkampf ist derzeit nicht in Sicht.

   Die Lufthansa-Piloten bestreiken seit Montagmittag Inlands- und Europaflüge der größten deutschen Fluglinie. Seit dem frühen Dienstagmorgen ruhte die Arbeit auch auf Interkontinentalverbindungen - Ende ist um Mitternacht. In der Folge fallen 1.350 Flüge und damit etwa jede zweite Verbindung aus. Rund 150.000 Passagiere sind betroffen. Viele Fluggäste wurden von der Lufthansa gewarnt und reisten erst gar nicht an. Am Frankfurter Flughafen etwa, dem Lufthansa-Drehkreuz, herrscht kaum Betrieb.

   Bei dem Tarifstreit geht es vor allem um betriebsinterne Vorruhestandsregelungen der Piloten. Finanziell sieht sich die Lufthansa nicht mehr in der Lage, die im Branchenvergleich großzügige Pension weiter zu finanzieren. Lufthansa-Piloten konnten bisher mit 55 Jahren aufhören - im Schnitt gehen sie mit 59 Jahren in Pension. Lufthansa will diesen Wert auf 61 Jahre erhöhen.

   Hinter den Kulissen geht es aber in erster Linie um einen vom neuen Konzernchef Carsten Spohr vorangetriebenen radikalen Strategiewechsel. Kernpunkte sind neue Billigplattformen.