Streit um Arbeitszeitflexibilisierung

Keine Flexibilität

Metaller-Verhandlungen sind gescheitert

Die Verhandlungen über eine Flexibilisierung der Arbeitszeit in der Metallindustrie sind gescheitert. "Die Gespräche werden nicht fortgeführt", so der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer, Manfred Engelmann. Bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst 2009 wurde vereinbart, bis Ende März 2010 eine Einigung über flexiblere Arbeitszeiten zu erzielen.

Die Arbeitgeber wollen längere Durchrechnungszeiträume für Überstundenleistungen, die Beschäftigtenvertreter wollen dies nur bei einer gleichzeitigen Arbeitszeitverkürzung hinnehmen. Und eine Arbeitszeitverkürzung könne man nicht akzeptieren, so Engelmann.

Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, hatte zuletzt noch gemeint, eine Einigung bis zum Sommer sei möglich. "Von den Produktivitätszuwächsen durch eine Flexibilisierung müssen auch die Arbeitnehmer profitieren", stellte er aber klar.

Die Unternehmen argumentieren, mit flexibleren Arbeitszeiten besser auf Auftragsspitzen reagieren zu können. Die Gewerkschaft hingegen vermutet, dass es faktisch um eine Reduzierung der Überstundenzuschläge verbunden mit einer Arbeitszeitverlängerung gehe und fordert "Faire Lösungen statt Etikettenschwindel". Im Metallerkollektivvertrag gebe es bereits jetzt viele Möglichkeiten, flexibel zu arbeiten.

Nach dem Verhandlungs-Aus findet am Dienstag eine Betriebsrätekonferenz in Vösendorf in Niederösterreich statt. Bei den KV-Verhandlungen für die rund 170.000 Beschäftigten der heimischen Metallindustrie hatten sich die Sozialpartner nach äußerst schwierigen Verhandlungen auf eine Ist-Erhöhung um 1,45 % und auf ein Plus bei den KV-Löhnen und Gehältern um 1,5 % geeinigt. Voraussetzung für den Abschluss war aber eine Einigung über flexiblere Arbeitszeiten bis 31. März.