Linda Pfeiffer

Linda Pfeiffer:

Mit 26 Jahren Immo-Chefin

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Andere klagen über teures Wohnen, aber diese junge Frau hat – nach einer Enttäuschung – selbst angepackt.

Aufgeweckt, frisch, voller ­Tatendrang. Im INSIDER-Gespräch präsentiert sich die 26-jährige Linda Pfeiffer als Unternehmerpersönlichkeit voll Elan. Seit sechs Jahren ist die blonde Burgenländerin im Immogeschäft, seit drei mit ihrer eigenen Firma HELIDA. Sie führt dort ein sechsköpfiges Team, das sie in den nächsten zwei Jahren nochmals verdoppeln will. Begonnen hat ihr Aufstieg aber mit einer Enttäuschung.

Kindergarten-Pädagogin. „Ich habe die Kindergartenschule besucht und mit 19 Jahren ­einen Job als Kindergärtnerin in Wien bekommen“, erzählt Pfeiffer. Mit großem Erstaunen ist sie dann in der Wirklichkeit angekommen: „Hohe Mieten, niedriges Fixgehalt. Mit 1.300 Euro netto sollte ich für das Wohnen rund 850 Euro zahlen. Sehr knapp, wenn dann noch ein Auto dazukommt. Und dafür habe ich ­Matura gemacht und fünf Jahre die Schule besucht.“

Die erste Wohnung. Um sich ihr Einkommen aufzubessern, wird die junge Frau aktiv. Sie will eine Wohnung sanieren und dann vermieten. Die Idee: Wenn der Kredit dafür einmal abgezahlt ist, bringen die Mieteinnahmen ein ­regelmäßiges Zubrot. „Zuerst wollten mir die Banken keinen Kredit für eine Wohnung geben. Ich musste also wirklich ein Objekt finden, das ich günstiger kaufen konnte, als es die Bank bewertete“, sagt Pfeiffer. „Ich habe mich bei Freunden umgehört und schließlich in Eisenstadt eine kleine Wohnung gefunden.“

Große Investoren stärken ihr den Rücken, sie hebelt Bankkredite

Schicksal. Die erste Wohnung hat sie bald mit Gewinn wieder verkauft. Sie macht weiter. Die große Chance habe sie genutzt, als ihr Freund ein Praktikum beim illustren Finanzmogul Florian Koschat machte. Der fährt gerne im Maybach, fliegt im Privatjet („Zeit ist Geld“) und finanziert Immo-Deals. All das teilt er auf Social Media, um junge Talente zu finden.

Linda Pfeiffer präsentiert ihre Businessidee. Sie hat damals schon mehrere Wohnungen verkauft, und die Pallas Capital von Koschat und Helmut Kogler sowie ein deutscher Investor stellen ihr Kapital für die HELIDA Immobilien GmbH zur Ver­fügung. „Sie helfen mir auch mit Know-how und ihrem Netzwerk“, sagt Pfeiffer, die selbst ein Drittel an der Firma besitzt. Gegründet wurde sie 2019. „Nach wenigen Monaten waren wir im Corona-Lockdown“, sagt die Unternehmerin. Doch auch da war sie fleißig. Ihr Erfolgsrezept: Sie erwirbt sanierungsbedürftige Wohnungen und verkauft dann hochwertig ausgestattete Objekte an ihre Kunden.

Luxus. „Wir verbauen besten Marmor und jeden gewünschten Luxus“, sagt Peiffer. „Das rechnet sich bei Anlagewohnungen, die wir an Privatkunden verkaufen.“ Mit Krediten von Bankpartnern hebelt sie ihr Eigenkapital und tätigt Geschäfte im zweistelligen Millionenbereich. Ist sie dabei manchmal nervös? „Ja, schon manchmal. Ich trage Verantwortung. Auch für meine Mitarbeiter, die teils schon Kinder haben. Im Leben geht es auf und ab. Grundsätzlich bin ich positiv gestimmt. Was wir machen, wird gut angenommen“, antwortet die HELIDA-Chefin. In der Branche hat sich die junge blonde Frau aus dem Burgenland Respekt erworben. Sie hat schon mehr als 7.000 Quadratmeter verkauft. Am liebsten in den Innenbezirken. Preis: 6–8.000 Euro pro Quadratmeter. Im 11., 12., 15. und 16. Bezirk verkauft sie „hochwertig sanierte Wohnungen“ ab 5.500 €/m².

Immo-Markt? Sind wir in einer Immo-Blase? Die Preise steigen stetig. Geht es so weiter? Auf diese Frage antwortet die smarte Burgenländerin: „Ich denke, dass die Immobilienpreise weiter steigen. Weil es eine stabile Wertanlage ist und Wohnraum immer benötigt wird. Vor allem in Städten.“ Linda Pfeiffer selbst mietet derzeit mit ihrem Freund eine 100-Quadrat­meter-Dachgeschoßwohnung im 9. Bezirk. Ihr Traum ist ein freistehendes Luxusanwesen am Land.

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