Eierverarbeitender Betrieb in NÖ im Visier

"Ekelerregende Zustände"

Eierverarbeitender Betrieb in NÖ im Visier

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat Betrugsermittlungen gegen einen eierverarbeitenden Betrieb im Bezirk Amstetten aufgenommen. Im Raum stehe, dass Eier minderer Qualität verwendet und nicht richtig deklariert wurden, sagte Behördensprecher Leopold Bien am Donnerstag auf APA-Anfrage. In Medienberichten war außerdem die Rede von "ekelerregenden Zuständen" in der Fabrik.

Die "Oö. Nachrichten" sowie die "Süddeutsche Zeitung" schrieben von Vorwürfen in Richtung Etikettenschwindel. Das Unternehmen verarbeite je nach Kundenwunsch Freilandeier, Bodenhaltungs- oder importiere Eier aus Käfighaltung. Geprüft werde, ob Freilandei-Produkten etwa auch Käfig-Eier untergemischt werden.

Privatdetektiv als Aufdecker

Ins Rollen kam der Fall nach der Anzeige eines oberösterreichischen Privatdetektivs. Der Mann stellte auch den "Oö. Nachrichten" sowie der "Süddeutschen Zeitung" Fotos, Unterlagen und E-Mails zur Verfügung. Aus dem Material ergibt sich eine Situation in der entsprechenden Firma, die von den "Oö. Nachrichten" so beschrieben wird: "Rohe Eier, aus denen Maden kriechen und an denen Schimmel haftet. Dotter, die eigelb sein müssten, aus denen aber pechschwarze Flecken hervorstechen, dazu bestialischer Gestank." Eier würden über Monate hinweg gelagert.

Faule Schaleneier sollen aufgeschlagen, pasteurisiert und zu Flüssigware verarbeitet werden. Kunden seien Industrie- und Gewerbebetriebe, die daraus Backwaren oder Nudeln herstellen. Hotelbetriebe bereiten daraus etwa Eierspeis für das Frühstücksbuffet zu. Das niederösterreichische Unternehmen war am Donnerstag für die APA vorerst nicht erreichbar.

Auch in Deutschland wird ermittelt

Den Medienberichten zufolge hat auch die Staatsanwaltschaft in München nach der Anzeige des Privatdetektivs Voruntersuchungen eingeleitet. Käufer der Eiprodukte befänden sich auch in Deutschland, diese könnten Betrugsopfer geworden sein.

Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, befand in einer Reaktion, dass der Fall "mit einer verpflichtenden Deklaration nach Herkunft und Tierwohl" wohl "viel früher aufgefallen" wäre. Er richtete eine Forderung an die Politik, "unmittelbar das Thema Kennzeichnung ganz oben auf die Agenda zu setzen".

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