KTM-Werk in Mattighofen

KTM muss jährlich 1.000 Motorräder verkaufen

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Der börsenotierte oberösterreichische Motorradhersteller KTM Power Sports muss für die Landeshaftung in Höhe von 33,6 Mio. Euro jährlich rund 1,4 Mio. zahlen. Diese Summe entspreche dem Deckungsbeitrag für 1.000 Motorräder, rechnete Firmenchef Stefan Pierer am Freitag in einer Pressekonferenz mit Landeshauptmann Pühringer vor. Bei der Hilfe handle es sich um keine Subvention, hieß es.

Pierer machte zudem darauf aufmerksam, dass die KTM-Kernaktionäre 44,1 Mio. Euro Eigenmittel ins Unternehmen eingebracht hätten. Der Motorradproduzent hat wie berichtet einen Finanzbedarf in der Gesamthöhe von 90 Mio. Euro. 42 Mio. beziehen sich auf Lombarddarlehen an die Holding KTM Power Sports AG, für 80 Prozent bzw. 33,6 Mio. Euro davon übernimmt nun das Land die Haftung. Bei den restlichen 48 Mio. handelt es sich um Kredite an die Tochter KTM Sportmotorcycle AG.

Die vergangene Woche beschlossene Landeshilfe mit einer Garantielaufzeit von fünfeinhalb Jahren und einem Haftungsentgelt von 4,25 Prozent sei nicht wegen Pierer oder der Unternehmensleitung erfolgt, sondern um das Headquarter und somit die Arbeitsplätze im Innviertel zu sichern, betonte Pühringer. Eine Verlegung würden den "Tod auf Raten" bedeuten.

KTM war in den vergangenen Monaten voll von der Krise erfasst worden und musste seine Produktionskapazitäten um 20 Prozent zurückschrauben. Per Ende Februar 2009 fuhr das Unternehmen 44,5 Mio. Euro Verlust ein, netto war der Motorradhersteller zu diesem Zeitpunkt bereits mit 290 Mio. verschuldet. Nach dem Abbau von 300 Beschäftigten wurden 733 Mitarbeiter bis August in Kurzarbeit geschickt. Mit einem Personalstand von 1.700 sieht Pierer das Unternehmen nun entsprechend aufgestellt. Aus aktueller Sicht werde es keinen weiteren Jobabbau geben.

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