Okto-Chef hat Vorabgewinn wie Dichand

15 Mio. € Förderung

Okto-Chef hat Vorabgewinn wie Dichand

Der Mini-TV-Sender Okto mit den großen Subventionen von mehr als 15 Millionen Euro seit dem Jahr 2006 kommt jetzt gehörig in Schieflage. Ein Bericht der Wirtschaftstreuhänder Androsch-Gugl-Leitgeb, der ÖSTERREICH vorliegt, belegt höchst aufklärungswürdige Vor­gänge in der verschachtelten Firmenkonstruktion rund um den Alternativ-Sender.

Es gibt drei juristische Personen, einen Verein, die Community TV GmbH, die sich einen Stab von 20 Mitarbeitern leistet, und die – kommerziell geführte – OktoLabGmbH, die keinen einzigen Angestellten hat. Sekretär des Vereins und Geschäftsführer beider Gesellschaften ist Christian Jungwirth. Und der ist sogar 10-Prozent-Eigentümer der Okto-Lab und hat einen relativ schrägen Vertrag für so ein Mini-Unternehmen.

Dichand im Kleinformat

Er ist nämlich ein Dichand im Kleinformat, dem wie dem Krone-Boss vertraglich ein Vorabgewinn von 30.000 Euro pro Jahr zusteht – anders als bei Dichand freilich nur, wenn die OktoLab Gewinne schreibt. Jungwirth hielt jetzt fest, dass er bis 2018 nur insgesamt 44.250 Euro oder 307 Euro pro Monat Vorabgewinn kassierte – natürlich zusätzlich zur regulären Gage als Vereins- und Okto-TV-Chef. Im Bericht der Treuhänder steht freilich, dass Jungwirth ­allein von 2015 bis 2017 jährlich 30.000 Euro erhielt...

Ungemach droht Okto auch wegen der laut Gutachten vertragswidrigen und missbräuchlichen Anhäufung von 442.725 Euro an Rücklagen von Fördermitteln.

Anzeige

Deswegen, und weil es „völlig unerklärlich ist, dass OktoLab ohne einzigen Mit­arbeiter hohe Rechnungen für Produktionen an die gemeinnützige Community TV stellt, wenn hier nicht Gewinne verschoben werden“, will Wiener FPÖ-Klubchef Toni Madhdalik jetzt eine neue Anzeige erstatten. Laut Wirtschaftstreuhändern geht es um die „Anhäufung von Mitteln in OktroLab aus der Verrechnung mit Community TV von 177.436 Euro.“ Dass dafür angeblich „Equipment für Okto gekauft“ wurde, muss der Sender wohl noch genauer erklären...

Josef Galley

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