Plus 44 Prozent: Mieten explodieren

Steigen doppelt so schnell

Plus 44 Prozent: Mieten explodieren

Preisschock: Die Kosten für das Grundbedürfnis Wohnen steigen exorbitant. Eine Studie der Arbeiterkammer zeigt: Zwischen 2008 und 2016 gab es einen steilen Anstieg von 35 % bei Hauptmieten (Neuvermietungen). Im selben Zeitraum stiegen die Löhne nur um 22 %. Die allgemeine Teuerung betrug 14 %. Mieten stiegen also um mehr als doppelt so viel wie die anderen Güter.

Wenn man das Archiv der Statistik Austria durchstöbert und die Hauptmieten (inklusive Betriebskosten) von 2005 bis 2017 vergleicht, errechnet sich ein Anstieg von gleich 44 %!

Miete stieg im Durchschnitt um 155 Euro seit 2005

Eine Detailauswertung pro Bundesland zeigt: Am meisten zahlt man derzeit in Vorarlberg für eine Mietwohnung (594 Euro pro Monat). Am günstigsten ist es in Kärnten mit 410 Euro. Die Preise sind der errechnete Durchschnitt von 1,6 Millionen Hauptmietwohnungen, egal, wie groß sie sind.

Über ganz Österreich ge­rechnet, zahlt man im Schnitt 506 Euro Miete (7,6 Euro pro Quadratmeter). Zum Vergleich: 2005 waren es noch 351 Euro.

Diese Zahlen beziehen sich alle auf bereits bewohnte Wohnungen. Ein Blick in die Immobilienanzeigen belegt aber: Die Preisexplosion ist noch lange nicht vorbei. Auf immoads.at zum Beispiel findet man eine Wiener Wohnung um 8.039 Euro pro Monat. Man bekommt dafür jedoch 357 Quadratmeter (22 Eu­ro pro Quadratmeter).

Doch auch Wohnungen, die nicht im Luxussegment sind, kosten fast die Hälfte eines Durchschnittslohns. Knapp 900 Euro werden für 80 m² in Zell am See verlangt. In Wien zahlt man in Randbezirken schon 1.000 Eu­ro für 80 m² (3 Zimmer in der Donaustadt).

Ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht. In Wien etwa sollen laut Remax heuer die Preise um 5,1 % anziehen. Der Grund: Die Nachfrage nach Wohnungen übertrifft noch immer das Angebot. Es wird noch immer zu wenig und zu langsam gebaut.

Gedämpfter Preisanstieg im gemeinnützigen Bau

Nicht ganz so schnell steigen im Vergleich die Preise von gemeinnützigen Bauvereinigungen. Mit 7 Euro pro m²/Monat Miete (inkl. BK und USt.) sind sie deutlich günstiger als private/gewerbliche Vermieter.

Frau zahlte in 6 Jahren 42.000 € zu viel Miete

Frau S. zahlte 1.089 Euro monatlich für ihre Wohnung in Wien-Hietzing: 120 m², vier Zimmer, Kategorie A. Jahre später kam S. ein Detail im Vertrag dubios vor: Die Wohnfläche wurde mit 131 m² angegeben. Ab diesem Wert gilt der Mietrichtwert nicht mehr, der Vermieter kann somit verlangen, soviel er will.

Klage gab Mieterin recht

S. wandte sich an die Mietervereinigung. Es stellte sich heraus, dass die wahre Fläche 111 m² beträgt und es ­eigentlich eine Kategorie-B-Wohnung ist. Die Höchstmiete darf somit 540 Euro nicht übersteigen. Frau S. bekommt jetzt 42.000 Euro vom Vermieter zurück.

Vorarlberg am teuersten: So viel zahlt Österreich

Die Statistik Austria erhebt jedes Jahr die Kosten für die durchschnittliche Hauptmieterhöhung pro Bundesland. Vorarlberger zahlen 594€. Kärntner "nur" 410€ im Schnitt.

Mieten © TZOE

Studie: 41 % der Teenies verlassen "Hotel Mama"

Wir Österreicher haben es eilig, das Elternhaus zu verlassen. Eine Studie von immobilienscout.at (815 Interviews) ergibt: 41 % der Menschen ziehen noch als Teenager mit ihrem Partner zusammen, weitere 37 % sind jünger als 25 Jahre. Frauen sind dabei deutlich jünger: Die Hälfte zieht noch vor dem 20. Geburtstag aus.

Streit. Ohne Sorgen geht das nicht: Ein Drittel hat Angst, dass man sich bei einem Streit nicht zurückziehen kann. 30 % befürchten, dass die Beziehung unter dem Alltagstrott leidet. Ein Viertel sorgt sich, dass das Aufräumen zum Streitthema werden kann.

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