Neue Vergleichsmöglichkeit für Energiepreise

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Neue Vergleichsmöglichkeit für Energiepreise

Die Österreicher wechseln eher den Mobilfunk- als den Strom- und Gasanbieter. Das geht aus einer Umfrage von compera hervor Das Unternehmen vergleicht Energiepreise (für Endverbraucher) von mehreren Anbietern und zeigt die Ergebnisse auf der Firmen-Webseite. Demnach wechselten in den vergangenen drei Jahren knapp 50 Prozent der rund 500 Befragten den Handyanbieter, aber nur 25 Prozent den Gasanbieter und rund 30 Prozent den Stromanbieter.

Auf wesentlich niedrigere Wechselraten als die Umfrage kommt die österreichische Energieregulierungsbehörde E-Control, selbst auf drei Jahre hochgerechnet: Für 2017 hatte diese einen Anteil von 4,3 Prozent bei Strom und von 6 Prozent bei Gas erhoben. Allerdings hätten mit 341.300 Kunden im abgelaufenen Jahr so viele Haushalte und Unternehmen einen Anbieterwechsel vorgenommen wie noch nie zuvor (und um 19 Prozent mehr als 2016). Die freie Wahl ist seit der Liberalisierung im Jahr 2001 möglich.

Ähnliche Portale gibt es bereits

Den Strom- bzw. Gasanbieter zu wechseln ist jedenfalls mit einigem Aufwand verbunden, wenn es sich nachhaltig lohnen soll. Denn bei nur einmaligem Wechsel fressen die dann oft höheren Tarife den relativ attraktiv erscheinenden Einmalrabatt beim Neueinstieg in weiterer Folge komplett auf - manche wechseln daher jedes Jahr. Andernfalls lohnt es sich weniger.

Wenigwechsler können sich die Tarifersparnis - fortan beispielsweise auch auf der Webseite von compera kostenlos auf drei Jahre ausrechnen lassen. Mit dem bereits bestehenden Rechnern der E-Control oder der Ohho Gmbh ist das ebenfalls möglich. Die Yousure GmbH bietet ebenfalls Web-Services an, die sich mit denen des neuen Anbieters decken. Auch oe24 betreibt ein Vergleichsportal für unterschiedliche Produkte des Handels.

Eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4.500 Kilowattstunden (kWh) Strom und 20.000 kWh Gas erspart sich laut compera.at auf Sicht von drei Jahren derzeit im Schnitt insgesamt 1.271 Euro - 464 Euro beim Strom und 806 Euro beim Gas.

Höhe der Ersparnis hängt vom Bundesland ab

Am höchsten ist das Einsparpotenzial den Angaben zufolge in Oberösterreich (1.699 Euro), gefolgt von Kärnten (1.692 Euro) und dem Burgenland (1.423 Euro). Deutlich geringer ist der Vorteil auf Sicht von drei Jahren in Tirol (676 Euro) und Vorarlberg (798 Euro). In den Rechnungen naturgemäß noch nicht berücksichtigt sind kommende Preiserhöhungen.

"Es kommt nicht selten vor, dass Anbieter mehr als 80 Prozent der Strom- oder Gaskosten im ersten Jahr gutschreiben - will man als Konsument dieses Sparpotenzial jedes Jahr heben, müsste man auch jedes Jahr den Anbieter wechseln, um wiederum von einem Neukundenbonus zu profitieren", betont auch compera.at-Geschäftsführer Marc Schuler. Das sei grundsätzlich möglich, aber nicht für jedermann wünschenswert. Tarife mit einem hohen Neukundenbonus hätten oft einen vergleichsweise teuren Energiepreis, bekräftigte er.

Die Strom- und Gasrechnung besteht aus drei Teilen: Dem reinen Energiepreis - nur hier ist ein Wechsel möglich -, den standortabhängigen Netzgebühren sowie Steuern und Abgaben wie beispielsweise für die Ökostromförderung. compera.at hat ihren Sitz in München (Vermarktung) und Regensburg (IT). Der Kundenservice sitzt in St. Pölten.

(APA/red)

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