"Wettbewerb deutlich härter geworden"

Gas verliert in Deutschland an Attraktivität

In deutschen Neubauten wird einem Pressebericht zufolge immer seltener mit Gas geheizt. Der Marktanteil bei 2008 neu genehmigten Wohnungen 2008 sei auf 58,4 Prozent gesunken, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf noch unveröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamtes. Das sei der niedrigste Stand seit mehr als zehn Jahren.

Noch 2004 habe der Anteil bei deutlich über 75 Prozent gelegen. Immer beliebter würden dagegen Wärmepumpen, auf die inzwischen jeder fünfte Bauherr setze. Öl spiele bei Neubauten kaum noch eine Rolle.

Die Skepsis der Verbraucher treffe die Gasbranche hart. Private Haushalte und Kleingewerbe machten zusammen 41 Prozent des Gesamtabsatzes aus. "Der Wettbewerb im Wärmemarkt ist deutlich härter geworden", sagte die Chefin des deutschen Energieversorgerverbands BDEW, Hildegard Müller, der Zeitung. Parallel zu den Verlusten bei Heizungen sinkt aufgrund der Rezession der Gasverbrauch in der Industrie. Im ersten Quartal 2009 schrumpfte der Erdgasabsatz in Deutschland um 7 Prozent, doppelt so stark wie der Energieverbrauch insgesamt. Das Niveau von 2008 werde erst in drei oder vier Jahren wieder erreicht, sagte Jörg Spicker, der Chef des Gashändlerverbands Efet Deutschland, dem Blatt.