Wachstumsstrategie wird unverändert fortgesetzt

Krise erwischt Leipziger Energiebörse EEX

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat nun auch die Leipziger Energiebörse EEX erwischt. Für das erste Halbjahr 2009 registrierte die einzige deutsche Börse für Energieprodukte Rückgänge bei Handelsvolumina sowie Umsatz und Gewinn.

Der Ausfall von Finanzinstituten im Termingeschäft konnte durch den verstärkten Einstieg von Energieunternehmen nicht kompensiert werden, sagte EEX-Chef Hans-Bernd Menzel. "Es gibt Handelsteilnehmer, die gibt es jetzt einfach nicht mehr", sagte Menzel mit Blick auf das Bankensterben. An der EEX handeln derzeit 230 Teilnehmer aus 21 Ländern.

Die EEX werde ihre Wachstumsstrategie unverändert fortsetzen. "Wir haben ein konjunkturelles, kein strukturelles Problem", sagte Menzel. Das Konzept "Wachstum durch Partnerschaften" bleibe bestehen. Seit etwa eineinhalb Jahren ist die EEX mit der französischen Powernext zusammen. Weitere Kooperationsprojekte sollen im zweiten Halbjahr umgesetzt werden. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Menzel mit einem Ergebnis unter dem Niveau von 2008.

Im ersten Halbjahr 2009 verringerte sich der Umsatz um vier Prozent von 18,4 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf jetzt 17,7 Mio. Euro. Der bereinigte Vorsteuergewinn rutschte auf 5,7 Mio. Euro nach 6,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Am Strom-Spotmarkt für den kurzfristigen Handel sank das Handelsvolumen um sechs Prozent auf 63,2 Terawattstunden (TWh). Am Strom-Terminmarkt betrug der Rückgang 11 Prozent auf 547 TWh. Strom bleibt dennoch das wichtigste Standbein. Der Terminmarkt für den Handel mit Verschmutzungsrechten - CO2-Zertifikaten - brach um 45 Prozent auf 14,9 Millionen Tonnen ein. "Hier müssen wir Konzepte überdenken", sagte Finanzchefin Iris Weidinger.

Langer Atem sei auch beim Kohle-Terminhandel gefragt. Der Handel kam nahezu zum Erliegen. Gegenläufig entwickelte sich der börsliche Gashandel, während der Spotmarkt um 185 Prozent auf gut 1.110 Gigawattstunden (GWh) zulegte, ging der Terminhandel um 14 Prozent auf knapp 5.238 GWh zurück.