Endverbraucher müssen auf Preissenkungen warten

Krise hält Strompreise konstant

Die Strompreisrallye legt in der Wirtschaftskrise eine Atempause ein. Nach Einschätzung von Energieexperten werden die Preise für Elektrizität, Rohöl, Gas und Kohle im nächsten halben Jahr stagnieren. Auf fünf Jahre gesehen, sei aber wieder mit steigenden Energiepreisen zu rechnen, heißt es im Energiemarktbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Wer angesichts der Krise auf purzelnde Strompreise gehofft hatte, dürfte enttäuscht werden.

Demnach gehen 61 Prozent der vom ZEW befragten rund 200 deutschen Experten von Energieversorgern, Mineralölgesellschaften, Unternehmen mit hohem Energiebedarf sowie Fachleuten der Wissenschaft davon aus, dass der Strompreis bis zum Jahresende nicht weiter steigt. 24 Prozent rechnen mit steigenden Preisen für Elektrizität, nur 15 Prozent prognostizieren Preissenkungen. Obwohl es seit Mitte 2008 laut ZEW Preisrückgänge an der Leipziger Strombörse gab, sanken bisher die Verbraucherpreise nicht.

Gas wird wieder teurer

Mit niedrigeren Gaspreisen rechnen laut ZEW nur noch wenige der Befragten. Dies deckt sich auch mit einer Gaspreisuntersuchung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox.de unter 266 Gasversorgern. Demnach sinken die Gaspreise in den Sommermonaten zwar saisonbedingt; mit Beginn der Heizperiode im Oktober wird aber bestenfalls mit stagnierenden, zum Jahreswechsel wieder mit steigenden Preisen gerechnet. Verivox-Experte Peter Reese empfiehlt Verbrauchern, die Preise zu vergleichen "und sich die derzeitig niedrigen Sommerpreise für den kommenden Winter zu sichern". Der Wechsel sei "einfach und risikolos ­ die Gas- und Stromversorgung ist gesetzlich garantiert", unterstrich er.