Stromnetz wird aus Konzernstruktur herausgelöst

RWE stellt Übertragungsnetz-Gesellschaft neu auf

Der Energiekonzern RWE leitet den von der EU geforderten Umbau des Stromnetzgeschäftes ein. Von diesem Mittwoch (1. Juli) an werde das Höchstspannungsnetz aus den bisherigen Konzernstrukturen herausgelöst und direkt im Ressort des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann geführt, teilte das Unternehmen in Essen mit.

Nach eigener Auffassung erfüllt RWE, die in Österreich mit rund einem Drittel an der Kärntner Kelag beteiligt ist, damit die Anforderungen aus dem kürzlich verabschiedeten 3. EU-Energiebinnenmarkt-Paket. Danach können die Versorger ihr Höchstspannungsnetz behalten, müssen es aber in einer eigenen Gesellschaft betreiben. Die EU will so für mehr Wettbewerb zu Gunsten der Verbraucher sorgen. RWE hatte sich anders als die Konkurrenten Vattenfall und E.ON stets für einen Verbleib der Netze im Konzern stark gemacht.

Von September an soll die Übertragungsnetzgesellschaft RWE Transportnetz Strom unter dem Namen "Amprion" firmieren. Sitz ist Dortmund. Amprion wird den Angaben nach 850 Mitarbeiter haben. In den kommenden zehn Jahren will das Unternehmen mehr als 3 Mrd. Euro in den Ausbau der Netze investieren. 800 Kilometer neue Leitungen sollen gebaut werden.

Die RWE Transportnetz Strom GmbH ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Übertragungsnetzbetreiber. Unterhalten werden 11.300 Kilometer "Stromautobahnen" mit 220- und 380-KV-Leitungen des Höchstspannungsnetzes. Der Umsatz betrug im Vorjahr 5,5 Mrd. Euro.