Industrie überschritt Wachstumshöhepunkt

Bleibt aber dynamisch

Industrie überschritt Wachstumshöhepunkt

Die heimische Industrie hat ihren Wachstumshöhepunkt überschritten, bleibt aber weiter in Schwung - mit einer heuer ähnlich dynamischen Expansion von 5 Prozent wie im Vorjahr. Das erklärte die Bank Austria am Mittwoch. Im heimischen Bausektor gebe es Hochkonjunktur, das Dienstleistervertrauen sei zuletzt weiter gestiegen. Im Einzelhandel seien die Einschätzungen aber weiter trüb.

Das Konjunkturbild laut den Unternehmensbefragungen im dritten Quartal sei "überwiegend freundlich", wenngleich das Wachstumstempo der heimischen Industrie zur Jahresmitte nachgelassen habe. Die Abkühlung sei freilich vor dem Hintergrund überdurchschnittlicher Zuwächse im ersten Halbjahr erfolgt, so Ökonom Günter Wolf in einer Aussendung. Die Bauunternehmen hätten ihre Auftragslage im August und September sogar auf Rekordhöhe gesehen; nach dem schon 2017 hohen Umsatzplus von 7,4 Prozent nominell habe sich das Wachstumstempo am Bau heuer noch beschleunigt, das gute Klima werde anhalten.

In den ersten sieben Monaten habe der Industriesektor 5,9 Prozent Produktionsplus erzielt, noch mehr als im schon sehr guten Jahr 2017 mit damals 4,7 Prozent. Wichtige Wachstumsstütze für Österreichs Industrie sei auch jetzt im Herbst die Investitionsnachfrage in Europa. Die Kapazitätsauslastung hierzulande habe knapp 89 Prozent betragen, ein Wert, der zuletzt 2007 erreicht worden sei.

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Die Industrieschwergewichte - Elektro, Maschinenbau, Metallwarenerzeugung - erzielten laut Bank Austria heuer bis Juli jeweils rund 10 Prozent Produktionsplus, die Kfz-Industrie sogar 12 Prozent. Österreichs Autozulieferer hätten auch im September noch an Geschäftsvertrauen gewonnen und seien bei den Produktionserwartungen optimistischer geworden. Maschinenbauer und Elektroindustrie seien dagegen nun vorsichtiger, die Metallwarenerzeuger hätten leicht an Geschäftsvertrauen verloren. Diese Branchen dürften damit ihren Wachstumshöhepunkt überschritten haben, so die Experten der Bank Austria.

Die Dienstleistungskonjunktur habe sich 2018 beschleunigt - mit 5,8 Prozent nominellem Umsatzplus im ersten Halbjahr, nach 3,8 Prozent Zuwachs 2017. Im zweiten Halbjahr werde der Sektor nur wenig von der hohen Wachstumsdynamik verlieren. Rekorde beim Wachstum gebe es heuer bei "sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern", vor allem Arbeitskräftevermittlern und Gebäudereinigern, die im ersten Halbjahr um 12 Prozent gewachsen seien. In einzelnen Verkehrsdienstleistungs-Bereichen, bei IT-Diensten und in der Werbung sei die Zahl vorsichtigerer Einschätzungen dagegen gestiegen.

Als "bemerkenswert" bezeichnen die Experten den Umsatzrückgang der Paketdienste von 2,5 Prozent nominell im ersten Halbjahr. Der florierende Onlinehandel fördere zwar die Nachfrage nach Paketdienst-Leistungen, jedoch sei das Minus ein Hinweis auf den zunehmenden Konkurrenz- und Preisdruck in dieser Sparte. "Im ersten Halbjahr 2018 sind die Erzeugerpreise der Paketdienste erstmals seit Jahren gesunken", so Ökonom Wolf.

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Das relativ schwache Ergebnis etlicher konsumnaher Großhandelssparten setzte sich den Experten zufolge in den vergleichbaren Einzelhandelssparten fort. Die Konsumnachfrage wachse zwar auf der Grundlage der guten Verbraucherstimmung, der steigenden Haushaltseinkommen und der erfreulichen Arbeitsmarktdaten - allerdings komme die höhere Nachfrage im Einzelhandel nicht an, wie das geringe Umsatzplus von 0,3 Prozent real von Jänner bis Juli beweise.

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