Wiener Patienten nur in Einzelfällen abgewiesen

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Ein Brief der Wiener Ärztekammer an die niedergelassenen Ärzte sorgt für Aufregung beim Pensionistenverband. In dem Schreiben wird unter anderem darauf hingewiesen, dass in manchen Ordinationen insbesondere älteren Menschen der direkte Kontakt zum Arzt verweigert werde. Pensionistenverbandschef Karl Blecha echauffierte sich via Aussendung: "Dass kranke Senioren in Ordinationen 'weggeschickt' werden, ist ein Skandal!" In der Ärztekammer hält man die Geschichte hingegen für aufgebauscht und spricht von Einzelfällen.

Im Wortlaut heißt es im Schreiben an die Ärzte: "Zudem wurden wir darauf hingewiesen, dass es bereits seit längerem immer wieder in manchen Ordinationen vorkommt, dass Patientinnen oder Patienten der direkte Kontakt zum Arzt beziehungsweise zur Ärztin verweigert wird. Dies soll insbesondere häufig bei älteren Patienten passieren."

Es seien aber nur drei oder vier derartige Fälle vorgelegen, unterstrich im APA-Gespräch Norbert Jachimowicz von der Ärztekammer: "Aus meiner Sicht wird die Sache aufgebauscht." Auch sei der Absatz im entsprechenden Brief nur ein Punkt unter vielen gewesen. Man sehe den Appell als qualitätssichernde Maßnahme, wobei klar sein müsse: "Natürlich sind Ärzte auch berechtigt, Patienten abzuweisen, wenn es sich nicht um Akutfälle handelt."

Pensionistenvertreter Blecha beschied, dass das Gesundheitssystem zwar grundsätzlich gut sei, schwarze Schafe in der Ärzteschaft aber anzuprangern seien. In diesem Zusammenhang dankte er der Ärztekammer dafür, das Problem öffentlich angesprochen zu haben. Denn klar sei: "Niemand geht aus Jux und Tollerei zum Arzt, auch die Pensionisten nicht."

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