Saison endet mit Zufreidenheit der Betreiber

Bäderbilanz: August konnte Sommer noch retten

Der Badesommer 2009 ist wohl endgültig Geschichte - Grund genug für eine Besucherbilanz. Fazit: Wäre der durchwegs heiße August nicht gewesen, manche Badeanstalten in Österreich wären wahrscheinlich mit einem dicken Minus ausgestiegen. Die ersten Hochrechnungen den Publikumszuspruch betreffend wurden von den Betreibern gedämpft optimistisch bewertet. Verkehrte Welt hingegen in Wien: Für die dortigen Freibäder war nämlich der Juli Umsatzbringer Nummer eins.

Jede Menge Zufriedenheit wird aus Kärnten gemeldet. Im Strandbad Klagenfurt jubelt man etwa über 375.000 Besucher (Mai bis einschließlich August) und damit über ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Die tollen Zahlen sind vor allem auf das langanhaltende Schönwetter im August zurückzuführen", erklärte Thomas Freund, Chef der Freizeitbetriebe der Klagenfurter Stadtwerke (STW). Am 1. August wurden 13.000 Menschen im Strandbad am Wörthersee gezählt. "Das ist unser bisheriger Rekordeinzeltag", sagte Freund.

Zähneknirschen hingegen in Oberösterreichs Freibädern, deren Sommersaison mit einem Besucherrückgang von bis zu zehn Prozent geendet hat. Das treffe vor allem auf jene zu, die schon im Mai ihren Betrieb aufgenommen hatten, erklärte der Fachgruppen-Geschäftsführer der Bäder der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Franz Mittmannsgruber, im Gespräch mit der APA. Die städtischen Bäder in Linz verzeichneten mit insgesamt 286.000 Gästen einen Rückgang um neun Prozent.

In den Freibädern der Stadt Salzburg wurden bis einschließlich 7. September 245.000 Badegäste gezählt. Das entspricht etwa den Zahlen der vergangenen Jahre, ist aber doch eher bescheiden, wenn man bedenkt, dass beispielsweise im Jahrhundertsommer 2003 Ende August bereits die Halbe-Million-Grenze geknackt war und in den Jahren davor jeweils über 300.000 Besucher in eines der drei städtischen Bäder gekommen waren. Witterungsbedingt die meisten Wasserratten, nämlich rund 95.000, wurden heuer im August registriert.

Gute Nachrichten kommen aus St. Pölten: "Ein deutliches Plus von 13 Prozent gegenüber der Vorjahressaison zeigt, dass unser öffentliches Freibad die richtige Mischung für Wasserratten bietet", freute sich Bürgermeister Matthias Stadler (S). Im Sommerbad wurden im Vergleich zu 2008 um 6.000 Eintrittskarten mehr verkauft. "Wobei die Monate Mai mit plus 32,7 Prozent, Juli mit plus 34,2 Prozent und August mit plus 39,4 Prozent hervorstechen", betonte St. Pöltens Bäderchef Günther Kainz. "Hier dürften vermutlich viele der Festivalgäste das Sommerbad ebenfalls zur Erfrischung genützt haben. Und so manche Familie konnte sich 2009 keinen Auslandsurlaub leisten." Lediglich der Juni bescherte dem Bäderteam einen Umsatzeinbruch von nahezu 60 Prozent.

"Sensationeller August" in Vorarlberg

Der August hat auch in Vorarlberg die Freibad-Saison gerettet. Insgesamt lagen die Besucherzahlen im Durchschnitt bzw. leicht darüber, womit man zufrieden sei, so der Tenor der Betreiber. Im Bregenzer Strandbad sah es laut Angaben der Stadtwerke zunächst nach "Katastrophe" aus, dann folgte aber ein "sensationeller August". Insgesamt verzeichnete das Bad 164.000 Besucher - deutlich mehr als 2008.

Die Tiroler Bäderbetreiber hoffen nach einer durchwachsenen Badesaison auf ein Erreichen des Vorjahresergebnisses. Der sommerliche August habe zwar überdurchschnittlich viele Besucher in die Freibäder gelockt, ob diese aber ausreichen, um den schwachen Start wettzumachen, sei schwer abzuschätzen, sagte Josef Fiegl, Fachgruppenobmann der Tiroler Bäder. 2008 besuchten 1,9 Mio. Menschen die Freibäder und Seen Tirols. Wie hoch die Umsatzeinbußen tatsächlich ausfallen würden, könne zum gegebenen Zeitpunkt nicht seriös beantwortet werden."Die endgültige Bilanz liegt erst am 17.9. vor", betonte der Obmann.

Verkehrte Welt hingegen in Wien: Trotz eines mäßigen Sommers konnte dabei in den 17 städtischen Freibädern ein kleiner Gesamtanstieg der Gäste von 16.000 oder 0,7 Prozent auf 2,43 Mio. verzeichnet werden. Im Schnitt fanden sich so täglich 18.000 Besucher in den Wiener Bädern ein. In der langjährigen Statistik konnte sich 2009 so immerhin noch den 7. Platz sichern. Der stärkste Umsatzbringer der heurigen Badesaison war der Juli, der nach schwachem Frühjahr mit 943.828 Gästen auch den folgenden August weit übertraf, der auf 816.309 Besucher kam. Die mit Abstand stärkste Woche konnte allerdings der August für sich verbuchen: Vom 17. bis zum 23.8. stürmten 234.270 Menschen die Anlagen.

Im Eisenstädter Freibad wurden 34.180 Besucher gezählt. Damit gelang es nicht ganz, das Ergebnis vom Sommer 2008 (38.287) zu erreichen. Trotzdem liege man deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von rund 29.000 Gästen, hieß es aus dem Rathaus. Bei den Einnahmen habe man hingegen ein Plus erwirtschaften können.

Im Seebad Rust werden jährlich 50.000 Tageskarten an Badegäste verkauft. Die Besucherzahl sei gegenüber dem Vorjahr etwa gleichgeblieben. Das Schlechtwetter im Juli machte der August wieder wett, lautete die Auskunft von der Ruster Seebad Betriebsges.m.b.H. Rund 200.000 Badegäste werden durchschnittlich pro Saison im Strandbad Podersdorf gezählt, so Tourismus-Geschäftsführer Walter Gisch. Seit 2007 gebe es einen kontinuierlichen Besucheranstieg, der sich auch heuer fortsetzen dürfte. Endgültige Zahlen lägen jedoch noch nicht vor.

Trotz regnerischer Wetterlage insbesondere im Mai und im Juni können die Grazer Bäder ein stabiles Ergebnis vorlegen, wie Michael Krainer, Geschäftsführer der Freizeitbetriebe der Grazer Stadtwerke, mitteilte. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt wurde in Graz ein Plus an Badegästen von 7 bis 8 Prozent verzeichnet. "Der Mai war eher dürftig, der Juni katastrophal schlecht, der August hat jedoch voll zugeschlagen", erklärte Krainer den Verlauf der Grazer Badesaison. Laut Krainer hatten die Badegäste nach den verregneten Sommermonaten ein regelrechtes Nachholbedürfnis, das sich sogar bis in die erste Septemberwoche zog.