Kettner erwartet Stagnation

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Wien 2009 mit 3,8 % weniger Nächtigungen

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Im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 musste Wien einen Rückgang bei den Nächtigungen um 3,8 % auf 9,8 Mio. hinnehmen. Dies sei dennoch das zweitbeste Ergebnis der Geschichte nach dem Rekordjahr 2008, berichteten Tourismusdirektor Norbert Kettner und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner.

Allerdings nahmen die Hoteliers 2009 auch die Preise zurück, zumal der Netto-Nächtigungsumsatz von Jänner bis November mit 384 Mio. Euro um ganze 14,1 % sank. Dies bedeutete jedoch immer noch das drittbeste Jahr.

Mit der Gesamtentwicklung bewege man sich im europäischen Mittelfeld, so Kettner, der sich für 2010 zurückhaltend zeigte: "Ich glaube, dass es eher in Richtung Stagnation gehen wird."

Ein kleines Plus wolle er aber nicht ausschließen. Immerhin sei im abgelaufenen Monat das beste Dezember-Ergebnis aller Zeiten lukriert worden: "Ob dies schon die Trendwende war, oder nur ein 'Weihnachtsgeschenk', bleibt allerdings abzuwarten." Sie sei jedenfalls "zufrieden angesichts der Umstände", beschied Brauner. Immerhin gäben Wien-Besucher durchschnittlich 276 Euro pro Kopf und Nächtigung aus - um rund 50 % mehr als der gesamtösterreichische Durchschnittswert.

Trotz Rückgängen aus den Kernmärkten sei das Ergebnis durch die zunehmend internationale Ausrichtung abgefedert worden, berichtete Kettner, der diesen Weg weitergehen will: "Kuscheln wir uns nicht ins Nahmarkteck." Deshalb werde der Wien-Tourismus heuer 14 Mio. Euro in Marketingmaßnahmen in 24 Märkten unter dem imperativen Wahlspruch "Wien - Jetzt oder nie" investieren.

"Wir haben dabei wieder einmal einen Komponisten aufzufahren", verwies Kettner auf das 150. Geburtsjahr Gustav Mahlers, mit dem man ebenso werben will wie mit der Eingetragenen Partnerschaft für Homosexuelle. Hier sollen ausländische homosexuelle Paare dafür begeistert werden, sich in Wien verpartnern zu lassen und dafür eine der 40 "Traumhochzeit-Locations" außerhalb der Standesämter in Anspruch zu nehmen.

Kooperation mit der AUA

Mit dem Luftfahrtunternehmen AUA hat man eine 1,3 Mio. Euro schwere Kooperation aufgelegt, um in zwölf Ländern gemeinsame Marketingmaßnahmen zu setzen. Dies sei Teil der Bemühungen, die traditionell defizitäre Langstrecke zu drehen, so AUA-Vorstand Andreas Bierwirth. Angesichts rückläufiger Geschäftsreisen gewinne der Tourismus an Bedeutung.

Bei der Nächtigungszahl waren im Gesamtjahr 2009 jedenfalls aus Deutschland, Österreich und den USA Rückgänge von 2 % zu beklagen, Italien schlug mit einem Minus von 3 % zu Buche. Konstant blieb das Ergebnis aus Frankreich. Aus der Schweiz betrug das Minus 7 %, aus Großbritannien 10 %, aus Russland 12, aus Rumänien 13 und aus Spanien gar 15 %.

Abgefedert wurden diese Rückgänge zum Teil durch Zuwächse aus den asiatischen Ländern. Inklusive Japan wurde hier eine halbe Million Nächtigungen lukriert. Japan wuchs um 8 %, China um 16, Südkorea um 3, Südostasien um 12, Indien um 2 % und Taiwan sogar um 36 %.

Die Nächtigungsrückgänge trafen vor allem die 4-Sterne-Häuser und die einfacheren Betriebe, während in der Luxus- und 3-Sterne-Kategorie mehr Nächtigungen verzeichnet wurden als 2008. Die durchschnittliche Bettenauslastung sank von 55,9 auf 51,2 %, was einer Zimmerauslastung von rund 64 % entsprach - nach 70 % 2008. Allerdings erhöhte sich im Jahresvergleich die Wiener Beherbergungskapazität um rund 770 Betten.

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