20m² pro Kunde undurchführbar und kontraproduktiv

Für kleine Lebensmittelhändler

20m² pro Kunde undurchführbar und kontraproduktiv

Nah&Frisch Gruppe richtet einen dringenden Appell an BM Rudolf Anschober.

Nah&Frisch Geschäftsführer Hannes Wuchterl: „Wenn das so kommt, bleiben kleinen selbstständigen Kaufleuten nur zwei Möglichkeiten. Vorübergehend zusperren oder verordnungswidrige Situationen riskieren. 20m² pro Kunde, das ist nicht machbar!“ Nah&Frisch appelliert an Gesundheitsminister Rudolf Anschober hier umzudenken.

Die Nah&Frisch Gruppe und ihre Kaufleute unterstützen selbstverständlich alle sinnvollen Maßnahmen, die helfen, die COVID-19 Krise zu bewältigen und leisten so in vielen Gemeinden am Land einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung der Nahversorgung während der Krise.

Ältere Kundschaft aussperren?

„Wenn wir jetzt nur noch halb so viele Kunden in ein Geschäft lassen dürfen, dann ist das schlichtweg Unsinn“, so Wuchterl. Es gibt keinerlei Evidenz, dass sich das Virus beim Einkauf im Lebensmittelgeschäft verbreitet. Aber wir sollen jetzt unsere Kunden, und das sind sehr oft ältere Menschen, also genau die vulnerable Gruppe, vor die Tür sperren? Und das mitten im Hochwinter. Das ist doch gesundheitspolitisch geradezu kontraproduktiv!“

Einkaufen im Lebensmittelhandel ist gerade für ältere Menschen oft mehrmals die Woche notwendig. Sie wären somit nicht nur einmal dem Risiko ausgesetzt, vor einem Lebensmittelgeschäft bei unter Umständen widrigen Bedingungen auf Einlass warten zu müssen.

10m² pro Kunden haben bisher perfekt funktioniert.

Wuchterl:„Das Einkaufen von Lebensmitteln hier mit dem Besuch eines Möbelhauses oder eines Textilgeschäftes gleichzusetzen ist für mich völlig unverständlich. Warum hier eine Verschärfung für den Lebensmittelhandel notwendig sein soll versteht niemand. Die 10m² pro Kunden haben im Lebensmittelhandel perfekt funktioniert.

Die Kaufleute, die im Schnitt mit ein bis zwei Mitarbeitern im Geschäft stehen werden nicht in der Lage sein, die Anzahl der Kunden im Geschäft laufend zu kontrollieren. „Das ist schon auf Grund baulicher Gegebenheiten oft völlig unmöglich“, so Wuchterl. „Und dass wir eine zusätzliche Mitarbeiterin als „Türsteher“ vor den Eingang stellen, das wird ja wohl niemand ernsthaft erwarten“.

Geschäfte sperren oder gegen Verordnung verstoßen

Mit der 20m² Regel zwingt Bundesminister Anschober speziell selbstständigen Kaufleuten mit kleinen Geschäften zwei Alternativen auf. Entweder das Geschäft zusperren und die Nahversorgung vorübergehend einstellen, oder beim Offenhalten verordnungswidrige Situationen riskieren, solange diese Maßnahme Gültigkeit hat.

Wuchterl: „Im Namen aller selbständigen Kaufleute im Lebensmittelhandel appelliere ich daher an Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister Anschober: Kehren Sie zurück zu der bewährten und erfolgreich gelebten 10m²-Regel für den Lebensmitteleinzelhandel!“