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Konjunktur- und Finanzmarktausblick

Ökologische Investitionen stehen im Fokus

WIFO-Chef Gabriel Felbermayr und Reinhard Karl, Generaldirektor-Stellvertreter der RLB NÖ-Wien, sprachen über die heimische Wirtschaft.

Im Rahmen des „Konjunktur- und Finanzmarktausblick“ der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien erklärte WIFO-Chef Gabriel Felbermayr: „Corona hält die Konjunktur weiterhin im Griff. Die Aktivität des Virus beeinflusst unmittelbar die wirtschaftliche Entwicklung. Wir Ökonomen müssen auch in den nächsten Quartalen Hobby-Epidemiologen sein, um Prognosen liefern zu können.“

Rund 200 Unternehmer folgten heuer der hybriden Veranstaltung. Auf die Frage, wie sich die Konjunktur gestalten wird, antwortete Felbermayr: „Nach einem spektakulären Wirtschaftswachstum in Österreich normalisiert sich die Konjunktur und der Corona-Boom, der nach der Rezession eingesetzt hat, flaut ab. Das kommende Winterhalbjahr wird wieder mehr Herausforderungen bringen.“

In Zahlen übersetzt bedeutet das: Felbermayr rechnet mit 4,4 Prozent Wirtschaftswachstum für 2021. Im Frühjahr und Sommer 2022 ist wieder mit einer Konjunktur-Erholung zu rechnen, deshalb prognostiziert das WIFO für nächstes Jahr eine Wachstumsrate in der Höhe von 4,8 Prozent.

© Roland Rudolph
Reinhard Karl, Generaldirektor-Stv., Kommerzkunden-Vorstand RLB NÖ-Wien

Reinhard Karl, Generaldirektor-Stellvertreter & Kommerzkunden-Vorstand Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien

× Reinhard Karl, Generaldirektor-Stv., Kommerzkunden-Vorstand RLB NÖ-Wien

Konjunkturaufschwung in der Realwirtschaft spürbar

„Auch bei unseren Kunden war die Konjunkturerholung im Frühjahr spürbar. So war die Bauindustrie bereits von Beginn an stark unterwegs, der Dienstleistungssektor konnte jedoch über die Sommermonate deutlich aufholen. Alleine bei der von der Corona-Pandemie stark betroffenen Hotellerie haben wir im Sommer Auslastungszahlen – auch in Wien – von über 90 Prozent gesehen,“ freut sich Reinhard Karl, Generaldirektor-Stellvertreter und Kommerzkundenvorstand der RLB NÖ-Wien, über die positive Entwicklung im Tourismus Ende im zweiten und dritten Quartal.

Kredite wurden konjunkturbedingt von Unternehmen stabil nachgefragt. Vor allem Ökologische Investitionen stünden immer öfter auf der Agenda der Unternehmen, so Karl: „Wir begleiten unsere Kunden bei ihrem Switch in Richtung Klimaneutralität. Wir haben in Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank bereits entsprechende Programme laufen, mit denen wir Investitionen, die in die ökologische Ausrichtung von Unternehmen einzahlen, unterstützen.“

Leitzinsen bleiben niedrig

In der Eurozone sind die Leitzinsen nach wie vor sehr niedrig. „Da ist so schnell keine Wende in Sicht,“ sagt RLB NÖ-Wien-Chefvolkswirtin Sylvia Hofbauer, die im Zuge der Veranstaltung die Finanzmärkte beleuchtete. Zur Entwicklung der Leitzinsen stellte Hofbauer weiters fest: „Die Botschaft der Europäischen Zentralbank ist klar: Bevor die Leitzinsen steigen können, geht es darum, alle Krisenmaßnahmen zu beenden.“