Siemens und Areva verlieren Fortum-Auftrag

Finnland bringt Siemens und Areva kein Glück: Das Energieunternehmen Fortum hat die Verträge zur Modernisierung eines Atomkraftwerks mit den beiden Konzernen aufgelöst, wie die finnische Firma mitteilte.

Fortum betreibt im Süden des Landes zwei Meiler, die rund ein Zehntel des Gesamtstroms in Finnland liefern. Sie stammen aus sowjetischer Produktion und sind mit westlicher Steuerungstechnik ausgestattet. Sie laufen plangemäß noch bis 2027 bzw. 2030.

Der französische AKW-Bauer Areva und der deutsche Technologiekonzern Siemens würden die laufenden Arbeiten noch abschließen, die weitere Modernisierung werde an einen anderen Auftragnehmer vergeben. Fortum zeigte sich zuversichtlich, rasch einen Nachfolger zu finden, so dass die Renovierung ohne Zeitverzug abgeschlossen werden könne.

Der Fall ist ein weiteres Debakel für die zerrüttete Zusammenarbeit zwischen Areva und Siemens. Im Nordwesten Finnlands bauen sie zusammen den derzeit einzigen neuen Atomreaktor Europas und sind Jahre im Verzug. Zum Zorn des Auftraggebers TVO wird der Eröffnungstermin immer wieder verschoben. Die Akteure streiten sich vor Gericht um die Schuldfrage, für Siemens ist das Projekt längst ein Geschäft, bei dem der Konzern draufzahlt. Die Münchner und die Pariser haben ihre Partnerschaft im Atomkraftwerksbau seit Jahren bereits aufgelöst, arbeiten allerdings die offenen Aufträge noch gemeinsam ab.