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Mit Forschung an die Spitze

Innovative Spitzenleistungen

Mit Forschung an die Spitze

Industrie entwickelt Spitzenprodukte: Österreich Weltmeister bei Erfindungen

Mit innovativen Spitzenleistungen zählt Österreich in vielen Bereichen zu den Weltbesten.

Erfindungscheck. „Wir bekommen jährlich Tausende Innovationen in die Hände", sagt Mag. Mariana Karepova, Leiterin des Österreichischen Patentamts. Patente helfen, Erfindungen abzusichern. Forschung leistet dabei wesentliche Arbeit im Vorfeld und der Houskapreis gibt ihnen eine Bühne.

MONEY: Welche Bedeutung hat Forschung für einen Wirtschaftsstandort und seine Unternehmen?

MARIANA KAREPOVA: Österreich ist ein Ort, an dem die Industrie zu Hause ist. Für uns selbstverständlich, aber in Europa ist das bei Weitem nicht überall so. Es wird bei uns natürlich nicht deshalb so viel produziert, weil wir so günstig sind, sondern weil wir so verlässlich wie innovativ sind. Österreich hat in vielen Bereichen Fachwissen vorzuweisen: Wir haben etwa viel Erfahrung bei der Konstruktion von Seilbahnen und können diese sogar Kurven fahren lassen. Auch beim Tunnel-Bau sind wir Vorreiter: Die Neue Österreichische Tunnelbaumethode (NÖT) wird auf der ganzen Welt angewandt. Unsere Sicherheitssysteme verwendet Scotland Yard. Mit unserer Technologie werden Flüge auf den größten Flughäfen geleitet. Unsere Hörimplantate sind in der Medizin absolute Weltspitze. Die Liste ist sehr lang. Warum ist das alles möglich? Weil unsere Unternehmen und unsere Wissenschaftler/innen für diese Spitzenprodukte sehr viel forschen und entwickeln. Nur damit schaffen sie es, die Nase vorne zu haben.

Erfindungen: Patente schützen bis zu 20 Jahre

MONEY: Nach umfassender Forschungstätigkeit geht es ja in Folge darum, deren Ergebnisse – die ja wichtige Wettbewerbsvorteile sind – abzusichern. Welche Rolle spielt dabei das Patentamt?

KAREPOVA: Jedes forschende Unternehmen geht ein gewisses Risiko ein: Denn etwas Neues zu entwickeln, ist nicht nur teuer und langwierig – man weiß einfach nie, ob es einem gelingt. Hat man viel Schweiß und Blut in die Entwicklung gesteckt, dann will man auch nicht, dass jemand anderer davon profitiert. Das Patentamt hilft dabei, die Innovationen vor Nachahmern zu schützen. Ist das Produkt wirklich neu, kann es mit einem Patent diesen Schutz für bis zu 20 Jahren genießen. Das verschafft Zeit, um die Forschungs- und Entwicklungskosten hereinzuspielen und auch eine bessere Position am Markt zu bekommen. Ohne diese Absicherung gäbe es ganz sicher nicht so viele revolutionäre Innovationen.

MONEY: Wie entwickelt sich die Nachfrage nach der Patentanmeldung?

KAREPOVA: Österreich ist ein Erfinderland. Jedes Jahr werden fast 12.000 Patente weltweit von österreichischen Firmen und Forschungsorganisationen angemeldet. Damit sind wir EU-weit auf Platz 6 und weltweit auf Platz 11. Unsere Stärken liegen in den traditionellen Industriebereichen wie Maschinenbau, Werkzeugherstellung oder Chemie. Aber wir merken: Immer mehr Patentanmeldungen kommen aus der Hochtechnologie, autonome Fahrzeuge, künstliche Intelligenz. Der Einsatz dieser Erfindungen reicht von der Straße bis ins Weltall.

MONEY: Was müsste noch getan werden, um den Forschungs- und Innovationsstandort Österreich weiter zu stärken?

KAREPOVA:  Es beginnt mit bestmöglicher Bildung für unsere Kinder, damit sie als offene, kreative und wissbegierige Menschen heranwachsen können. Nur ein freier Kopf, der über den eigenen Tellerrand hinausdenkt, traut sich, etwas Neues zu machen. Dabei ist es wichtig, alle Kinder mitzunehmen, denn Forschung lebt von Vielfalt, sie kennt keine Grenzen und Herkunft. Sehr viele grundlegende Erkenntnisse kommen aus der Wissenschaft. Unsere Universitäten brauchen eine solide finanzielle Basis, damit sie auch ganz frei ins Blaue hinein forschen können, ohne den Zwang, unmittelbar etwas praktisch Anwendbares entwickeln zu müssen. Und natürlich braucht es eine Förderung für die Unternehmen, damit wir mit unseren Produkten zur Weltspitze gehören.

© B&C Privatstiftung
Der Houskapreis ist mit 500.000 Euro dotiert.

MONEY: Wie wichtig ist der Houskapreis für Österreich und welche Motivation hatten Sie als Fachbeirätin aktiv mitzuwirken?

KAREPOVA: Als ich eingeladen wurde, bei der Jury mitzuwirken, habe ich nicht lange darüber nachdenken müssen. Der Houskapreis ist ja nicht irgendein Preis: Erstens ist es der größte private Forschungspreis in Österreich. Zweitens steht er für wirklich viel Ehre und drittens bedeutet er auch ein Startkapital für die Unternehmen und Forschenden, um neue Projekte und weitere Innovationen in Gang zu bringen. Dieser Preis hat das Zeug zum Durchbruch, zu radikaleren Innovationen zu verhelfen – das finde ich toll!

Die Jury und die Preis-Vergabe
Houskapreis: Der größte private Forschungspreis

Prominent. Der Houskapreis ist mit 500.000 Euro Österreichs größter privater Forschungspreis und wird 2020 zum 15. Mal von der B&C Privatstiftung vergeben. Prämiert werden Spitzenprojekte in der Kategorie „Hochschulforschung" und „Forschung & Entwicklung in KMU".
Ablauf. Der hochrangig besetzte Fachbeirat schlägt die Reihung der eingereichten Projekte vor, die von einer international anerkannten Fachjury final beurteilt wird.
Dazu zählen: Markus Hengstschläger (MedUni Wien), Sabine Herlitschka (Infineon), Anke Kaysser-Pyzalla (TU Braunschweig), Regina Prehofer (Finanzexpertin), Alexander Schwartz (IST Cube), Peter Skalicky (TU Wien).
Fachbeirat Hochschulforschung:
Michael Obersteiner (IIASA), Martin Payer (Joanneum), Eva Schernhammer (MedUni Wien), Dirk Trauner (NYU).
Fachbeirat F&E KMU:
Klaus Fronius (Fronius), Mariana Karepova (Patentamt), Markus Mitteregger (RAG), Sonja Sheikh (ACR).

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