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So will MEGA unsere Bildung fördern

MEGA Bildungsstiftung gestartet

So will MEGA unsere Bildung fördern

Neue MEGA Bildungsstiftung will mit über fünf Millionen Euro Bildungs-Initiativen stärken.

Die neue Bildungsstiftung der Gründer B&C Privatstiftung und Berndorf Privatstiftung fördert österreichweit Bildungsprojekte in den Bereichen Wirtschaftsbildung und Chancen-Fairness: Sie ist dafür mit einem Startbudget von über fünf Millionen Euro ausgestattet.

Chancen-Fairness und Wirtschaftskompetenz

Neuer Generalsekretär der Bildungsstiftung ist Andreas Lechner. Im Interview schildert er die Motivation hinter der Gründung von MEGA und ihre Ziele.

MONEY: Ziel von MEGA ist, Defizite in Österreichs Bildung zu verbessern als größte private Stiftung ihrer Art. Wie sind Sie ausgestattet und wie gehen Sie dieses Ziel an?

Andreas Lechner: Wir sind mittlerweile ein kleines Team. Nun bereiten wir bereits die erste Ausschreibungen in unseren beiden Kerngebieten vor: Chancen-Fairness und Wirtschaftskompetenz. Die erste Ausschreibung zu Chancen-Fairness wird es im Dezember geben.

MONEY: Warum ist Chancen-Fairness so wichtig?

Lechner: In Österreich hängen die Bildungschancen und die Chancen, wie weit du es im Leben bringst, nach wie vor stark von deinem Elternhaus ab. Bildung und damit die spätere Karriere werden vererbt. Ich habe mich in diesem Bereich schon länger engagiert. Wir wissen aus Studien, dass 10-Jährige mit bildungsnahen Eltern bis zu drei Jahre Leistungsvorsprung gegenüber Kindern aus bildungsfernen Haushalten haben. Rund ein Fünftel der 15-Jährigen können nicht sinnerfassend lesen. 10 bis 20 Prozent sind frühe Schulabbrecher. Es gibt zu viele 15-Jährige, oft aus städtischen Brennpunktgebieten, die einen schwierigen Start ins Berufsleben haben. Es fehlt ihnen Orientierung, welche Möglichkeiten es geben könnte. Das betrifft Jugendliche aus Schulklassen, wo bis zu 50 Prozent der Eltern selbst arbeitslos sind.

© Alistair Berg - GettyImages

MONEY: Wie will MEGA hier aktiv werden?

Lechner: Mit der ersten Ausschreibung wollen wir engagierte Lehrer als Wegbegleiter für Chancen-Fairness stärken. Wir wollen bestehende innovative Initiativen beim Wachsen unterstützen, also Projekte, die schon bewährte Konzepte haben, denen es aber an Mitarbeitern und finanziellen Mitteln fehlt, um ausbauen zu können. Die Ausschreibung wird mehrere hunderttausend Euro umfassen. Wir erhoffen uns spannende Einreichungen, sodass rund 15 bis 30 Projekte in die engere Auswahl kommen können. Diese können z. B. die Arbeit im unmittelbaren schulischen Umfeld betreffen bis hin zu einer App, die Pädagogen unterstützt. Aber auch Initiativen für Lehrer-Fortbildung im Bereich Chancen-Fairness. Wir planen, Vereine genauso zu unterstützen wie gemeinnützige GmbHs oder Ähnliches.

MONEY: Die Wirtschaftsbildung kommt als Nächstes?

Lechner: Es ist eine Tatsache, dass es gerade in der Unterstufe wenig Wirtschaftsinhalte im Unterricht gibt. Es ist nicht Teil vieler Lehrpläne. Eine große Anzahl an Lehrern und Lehrerinnen fühlen sich auch nicht genug vorbereitet. Da überlegen wir, wie wir helfen können. In Bayern gibt es eine Initiative, bei der Lehrer für 6 bis 12 Monate in Unternehmen tätig sind und dort das praktische Wirtschaftsleben aus erster Hand erfahren.

MONEY: Soll es künftig mehr Wirtschaftsbildung im Unterricht geben?

Lechner: Ich orte durchaus Offenheit im Bildungsministerium. Tatsache ist, dass die Jugendlichen sich wünschen, besser auf wichtige Wirtschaftsthemen wie Kredite, Verträge usw. vorbereitet zu werden: Wie gehe ich richtig mit Geld um, wie finanziere ich mein erstes Moped. Wir geben jungen Menschen ein Rüstzeug an die Hand, um diese Ziele zu erreichen und stehen auch mit Initiativen in Deutschland und der Schweiz in Kontakt. Wichtig ist, dass es eine Inspiration für Jugendliche sein soll. Österreich braucht mehr Bildungsinnovation und engagierte Kräfte. Daher hoffe ich, dass die Gründung von MEGA Schule macht – auch als Vorbild für andere Stiftungen und Unternehmen in Österreich. Der Staat wird immer eine wichtige Rolle in der Bildung spielen, aber gleichzeitig wird zivilgesellschaftliches Engagement immer wichtiger.

Infos: www.megabildung.at

Österreichs Zukunft sichen
Deshalb brauchen wir Bildungsinnovation

Defizite. Harte Zahlen und Fakten unterstreichen die Notwendigkeit, warum Österreich Bildungsinnovation braucht, so die neue MEGA Bildungsstiftung: Laut Nationalem Bildungsbericht 2013 haben Kinder aus bildungsfernen Familien im Alter von 10 Jahren einen Bildungsrückstand von bis zu drei Schuljahren gegenüber Kindern von Akademikern. Rund 10 Prozent der Kinder sind frühe Bildungsabbrecher – in Wien sogar 20 Prozent. Von jenen Jugendlichen in Wien, die lediglich Pflichtschulabschluss haben, sind ein Drittel arbeitslos. Und laut Bericht der Jugendorganisation YEP fühlt sich nur ein Viertel der österreichischen Jugendlichen von der Schule ausreichend auf die Zukunft vorbereitet.

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